# Verbraucherschützer begrüßen EU-Milliardenstrafe gegen Google-Marktmissbrauch Datum: 23.07.2026 17:44 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/verbraucherschuetzer-begruessen-eu-milliardenstrafe-gegen-google-marktmissbrauch-735239/ --- Die EU-Kommission hat gegen Google wegen Verstößen gegen das Gesetz über digitale Märkte Geldbußen in Höhe von insgesamt 890 Millionen Euro verhängt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt die Entscheidung und kritisiert die aus seiner Sicht wettbewerbsschädigende Bevorzugung eigener Google-Dienste. Die Kommission gibt dem Konzern 60 Tage Zeit, um die beanstandeten Praktiken zu beenden, andernfalls drohen Zwangsgelder von bis zu fünf Prozent des weltweiten Gesamtumsatzes. ## Verbraucherschützer begrüßen Vorgehen der EU Die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Ramona Pop, hat die gegen Google verhängte Milliardenstrafe begrüßt. „Es ist eine gute Nachricht, dass die EU-Kommission endlich handelt und europäisches Recht durchsetzt“, sagte sie laut dts Nachrichtenagentur. „Google darf seine Marktmacht nicht missbrauchen.“ Wenn Google in der Suchmaschine die eigenen Dienste bevorzuge, schade das nicht nur den Wettbewerbern, sondern führe auch zu weniger Wahlfreiheit, schlechteren Angeboten und höheren Preisen für die Verbraucher, so Pop weiter (Quelle: dts Nachrichtenagentur). ### Vorwurf der Bevorzugung eigener Dienste Die EU-Kommission teilte am Donnerstag mit, dass Google seine eigenen Dienste in der Google-Suche bevorzuge und Beschränkungen für Unternehmen eingeführt habe, die Verbraucher zu alternativen Kaufkanälen auf Google Play führten. In einer ersten Entscheidung wurde Google eine Geldbuße auferlegt, weil es seine eigenen Dienstleistungen, wie Einkaufs-, Hotel-, Transport- und Sportergebnisse, in der Google-Suche bevorzugt behandelt haben soll. Die Kommission stellte fest, dass Google seine eigenen Dienste prominenter in den Suchergebnissen anzeigt, während ähnliche Dienste von Drittanbietern nicht die gleiche Bedeutung erhalten. ### Beschränkungen für App-Entwickler und Frist für Änderungen Die zweite Entscheidung betrifft eine Geldbuße, die Google für die Einschränkung von App-Entwicklern auferlegt wurde. Diese sollten in der Lage sein, Kunden über alternative Angebote zu informieren und zu leiten. Google soll App-Entwickler jedoch daran gehindert haben, Angebote frei zu kommunizieren und Verträge mit Nutzern in Vertriebskanälen ihrer Wahl abzuschließen. Die Kommission hat Google angewiesen, die Nichteinhaltung innerhalb von 60 Tagen zu beenden und Maßnahmen zu ergreifen, um die Dienste von Drittanbietern fair zu behandeln und App-Entwicklern mehr Freiheit zu gewähren. Andernfalls riskiert der Konzern Zwangsgelder in Höhe von bis zu fünf Prozent seines weltweiten Gesamtumsatzes. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück