# Verband warnt: Geplante Reform gefährdet tausende Selbstständige in Deutschland Datum: 16.04.2026 01:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/verband-warnt-geplante-reform-gefaehrdet-tausende-selbststaendige-in-deutschland-703407/ --- Der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) warnt vor weitreichenden Folgen der geplanten Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung für Ehepartner. Vor allem nebenberuflich Selbstständige könnten nach Einschätzung des Verbandes ihre Tätigkeit aufgeben oder in Angestelltenverhältnisse wechseln. Hintergrund sind Pläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), mit der Reform die Krankenkassen zu sanieren. ## VGSD befürchtet Rückzug aus der Selbstständigkeit Der Vorstandsvorsitzende des VGSD, Andreas Lutz, rechnet mit deutlich negativen Auswirkungen auf Existenzgründer und kleinere Selbstständige. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der nebenberuflich Selbstständigen und der entsprechenden Gründungen deutlich abnimmt“, sagte Lutz der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Hintergrund ist das Vorhaben der Bundesregierung, zur Sanierung der Krankenkassen die beitragsfreie Familienversicherung für Ehepartner weitgehend zu streichen. Davon wären insbesondere auch Selbstständige betroffen, die weniger als 565 Euro im Monat verdienen. Lutz befürchtet, dass viele Betroffene ihre berufliche Unabhängigkeit aufgeben müssen, um die Kostenlast zu bewältigen. ### Konflikt zwischen Unabhängigkeit und Absicherung Nach Einschätzung von Lutz stünden viele Selbstständige künftig vor einer grundlegenden Weichenstellung. Viele stünden dann vor der Wahl, entweder den Traum vom eigenen Business aufzugeben und in einen abhängigen Midijob zu flüchten oder die Selbstständigkeit massiv auszubauen, was oft mit familiären Verpflichtungen kollidieren würde, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Zur finanziellen Belastung für Selbstständige legte der VGSD konkrete Berechnungen vor. „Selbstständige zahlen als freiwillig Versicherte rund 240 Euro Mindestbeitrag nur für die Kranken- und Pflegeversicherung. Bei 650 Euro Gewinn blieben ihnen nach Abzug der Krankenversicherung 410 Euro, nach Abzug der einkommensabhängigen Rentenversicherung dann noch 290 Euro netto“, rechnet der VGSD-Vorstand vor. Angestellte in einem vergleichbaren Midijob würden nach seinen Angaben nach Abzug der Sozialabgaben hingegen über rund 633 Euro verfügen. ### Forderung nach Reform der Beitragslogik Um eine aus Sicht des Verbandes drohende soziale Schieflage zu verhindern, fordert der VGSD eine grundlegende Änderung bei der Berechnung der Beiträge. „Wenn die Familienversicherung fällt, muss im Gegenzug eine faire, einkommensabhängige Beitragsbemessung eingeführt werden“, forderte Lutz in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück