# Unternehmen investieren kaum mehr in Klimaschutz Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-31T12:22:10+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-31T12:22:14+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/unternehmen-investieren-kaum-mehr-in-klimaschutz-749612/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Deutsche Unternehmen geben 2025 durchschnittlich 9,3 Prozent ihrer Investitionen für betriebliche Klimaschutzmaßnahmen aus. Für 2026 und 2027 planen sie nur leichte Steigerungen auf 10,6 bzw. 10,5 Prozent, wie eine Umfrage des Ifo-Instituts zeigt. ## Geringe Steigerung trotz hohem Bedarf "Die Unternehmen planen damit keine nennenswerte Steigerung des Anteils – und das in einem Zeitraum, in dem der Bedarf an klimafreundlichen Investitionen seinen Höhepunkt erreichen dürfte, um die im Pariser Klimaabkommen und die von der Bundesregierung selbst gesetzten nationalen Emissionsziele zu erreichen“, sagte Ifo-Forscher Gerome Wolf. Die Daten stammen aus einer Umfrage des Ifo-Instituts. ### Sektoren mit unterschiedlichen Plänen Zwischen den Wirtschaftssektoren zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Dienstleister planen für 2026 den höchsten Anteil an Klimainvestitionen mit 12,2 Prozent, gefolgt vom Bauhauptgewerbe mit 10,5 Prozent. Das Verarbeitende Gewerbe kommt auf 8,8 Prozent, der Handel auf 8,5 Prozent. Der Bau ist der einzige Bereich, der seinen Anteil auch 2027 noch einmal auf 11,2 Prozent ausweiten will. ### Unsicherheit als Hemmnis Warum der Anteil nicht steigt, lässt sich aus der Umfrage allein nicht beantworten. "Denkbar wäre, dass Unternehmen vor dem Hintergrund gesunkener Wettbewerbsfähigkeit auf den Exportmärkten sowie gestiegener geopolitischer Risiken andere Prioritäten gesetzt haben", sagte Wolf. Eine aktuelle Studie des Instituts zeigt, dass die Zurückhaltung der Unternehmen bei Klimainvestitionen unter anderem auf hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit zurückzuführen sein könnte. "Ein hoher CO₂-Preis reicht allein nicht aus, um die Nutzung fossiler Energien unattraktiv zu machen und Unternehmen dazu zu bewegen, auf klimafreundliche Alternativen umzusteigen, wenn der Preispfad für Emissionen hochgradig ungewiss ist. Unternehmen bräuchten daher in erster Linie verlässliche Rahmenbedingungen, um die Energiewende zu vollziehen", so Wolf. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück