# Uniper-Chef erwartet trotz Iran-Krise genügend Gas für Europa Datum: 28.05.2026 09:19 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/uniper-chef-erwartet-trotz-iran-krise-genuegend-gas-fuer-europa-716868/ --- Der Energiekonzern Uniper sieht trotz der angespannten Lage im Nahen Osten derzeit nur eine geringe Gefahr für eine Gasmangellage. Vorstandsvorsitzender Michael Lewis warnt jedoch vor zu langsam wachsenden Gasspeicher-Füllständen in Deutschland und möglichen Preisanstiegen, sollte die Straße von Hormus länger geschlossen bleiben. ## Uniper-Chef: „Es dürfte genug Gas geben“ Uniper-Vorstandsvorsitzender Michael Lewis sieht nach eigenen Angaben nur ein begrenztes Risiko für eine akute Gasmangellage. „Es dürfte genug Gas geben“, sagte er der FAZ mit Blick auf die Frage, was passieren würde, wenn der gesamte Nahe Osten aufgrund des Iran-Kriegs längerfristig ausfiele. Lewis verwies darauf, dass 20 Prozent des gesamten LNG-Markts durch die Straße von Hormus flössen, dies aber nur drei Prozent des gesamten Gasmarkts seien. LNG spiele zwar eine große Rolle für die Preisbildung auf den globalen Märkten, volumenmäßig sei der Anteil aber noch relativ klein. Anhand der Preissignale im Markt zeige sich nach seinen Worten, dass der Markt erwarte, dass sich die Lage im Nahen Osten wieder beruhige. Je länger die Straße von Hormus jedoch geschlossen bleibe, desto wahrscheinlicher sei ein weiterer Anstieg der Gaspreise. ### Warnung vor langsamem Füllen der deutschen Gasspeicher Für Deutschland warnte Lewis davor, dass mit Blick auf den kommenden Winter die Gasspeicher-Füllstände momentan noch vergleichsweise gering seien. „Die Füllstände steigen nun seit März, aber es geht trotzdem viel zu langsam“, sagte der Manager der FAZ. Sein Konzern habe selbst einen Speicher bei der Bundesnetzagentur zur Schließung angemeldet, da er sich wirtschaftlich nicht mehr rechne. Falls die Gasspeicher nicht rasch gefüllt würden, bekomme Deutschland ein Problem im nächsten Winter. Der Konflikt in Nahost sei nach Einschätzung von Lewis nicht nur ein ökonomisches Problem, sondern eine humanitäre Krise, da etwa auch der Export von Düngemitteln blockiert sei und damit eine der Grundbedingungen für die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln verletzt werde. ### Regulierungsmodelle und Reprivatisierung von Uniper Mittelfristig plädierte Lewis gegenüber der FAZ für das in Frankreich praktizierte Regulierungsmodell, in dem über Differenzverträge bestimmte Preise vom Regulierer garantiert werden. Das österreichische Modell einer strategischen Gasreserve halte er nur für die zweitbeste Option für Deutschland. Zum Stand des Konzerns sagte Lewis, der Uniper-Konzern, für den die Bundesregierung vergangene Woche den Reprivatisierungs-Startschuss gegeben hatte, habe mittlerweile ein robustes und resilientes Portfolio, keine Abhängigkeiten vom Nahen Osten und ganz generell kein Klumpenrisiko mehr. Eine Präferenz, ob sich Uniper auf dem Weg eines Börsengangs oder Privatverkaufs aus dem mehrheitlichen Staatseigentum löse, habe er nicht. „Es gibt Vorteile und Nachteile für alle Varianten. Die Bundesregierung muss die Entscheidung treffen, wir werden alle Möglichkeiten unterstützen“, sagte er der FAZ. Uniper war in der Gaskrise 2022 fast vollständig verstaatlicht worden, als der Bund das Unternehmen wegen der gestoppten russischen Gaslieferungen mit Milliarden-Beihilfen hatte retten müssen. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück