# Union und Grüne gegen Streichung von Steuerfreibetrag Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-14T05:22:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-14T05:22:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/union-und-gruene-gegen-streichung-von-steuerfreibetrag-743287/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant die Streichung des Steuerfreibetrags für Belegschaftsrabatte. Union, Grüne und Arbeitgeberverbände üben scharfe Kritik und warnen vor Belastungen für Beschäftigte und Unternehmen. ## Kritik aus Union und Opposition Fritz Güntzler, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte der „Welt“, die Streichung ginge zulasten von Beschäftigten im Einzelhandel, im Verkehrssektor oder im Dienstleistungsgewerbe. Eine solche Maßnahme stehe nicht im Einklang mit dem Koalitionsziel, Bürger mit kleinen und mittleren Einkommen zu entlasten. Im Gegenteil: Sie käme einer verdeckten Gehaltskürzung gleich. Güntzler forderte stattdessen eine Erhöhung des Freibetrags, der seit über 20 Jahren bei 1080 Euro unverändert geblieben sei. Klingbeil hatte zuvor eine andere geplante Steueränderung im Entwurf zum Einkommensteuerreformgesetz 2027 nach Kritik gestoppt, weitere Anpassungen aber ausgeschlossen. Der Grünen-Finanzpolitiker Sascha Müller sagte der „Welt“, die Streichung treffe gezielt Beschäftigte. Er befürchtet, dass viele Unternehmen die Rabatte wegen zu hoher Bürokratie einstellen könnten. Klingbeil versuche mit zahlreichen Miniatur-Maßnahmen, seinen Haushalt zusammenzupuzzeln, statt Gerechtigkeitslücken im Steuersystem anzugehen oder unwirksame Subventionen abzuschaffen. Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), betonte, Belegschaftsrabatte seien „gelebte Wertschätzung“. Wer diese besteuern wolle, bestrafe Arbeitgeber dafür, dass sie ihren Mitarbeitern mehr als das Gehalt bieten. Statt Entlastungen stünden bei Klingbeil Steuererhöhungen und eine steigende Staatsquote auf dem Programm. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wollte sich auf Anfrage nicht zu den Plänen der Bundesregierung äußern. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück