# Union kritisiert Pistorius zur Wehrpflicht Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-07T13:52:09+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-07T13:52:13+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/union-kritisiert-pistorius-zur-wehrpflicht-775397/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht die Bundeswehr auf gutem Weg, ihren Personalbedarf ohne Wehrpflicht zu decken. Führende Unionspolitiker widersprechen und fordern eine Debatte über verpflichtende Dienstmodelle. Die Bundeswehr hat aktuell 190.000 Soldaten – den höchsten Stand seit 13 Jahren. ## Kritik an Pistorius’ Optimismus Norbert Röttgen (CDU), Vizevorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, hat die Äußerungen von Verteidigungsminister Boris Pistorius zur Zukunft der Wehrpflicht als voreilig kritisiert. “Vorsichtiger Optimismus ist ok, voreilige Aussagen sind deplatziert”, erklärte Röttgen gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Zwar seien die jüngsten Zahlen zum Personalaufwuchs der Bundeswehr erfreulich, doch der Prozess stehe erst am Anfang. “Aber wir sind mit dem ersten Erfolg noch lange nicht da, wo wir hin müssen. Es sind die ersten fünf Kilometer eines Marathon”. Pistorius hatte zuvor in den Funke-Zeitungen betont, die Bundeswehr könne ihren Personalbedarf auch künftig ohne Rückkehr zur Wehrpflicht decken. Mit rund 190.000 Soldaten habe die Truppe den höchsten Stand seit 13 Jahren erreicht. "Wenn sich der Kurs fortsetzt, haben wir keine Aufwuchsprobleme." Eine Diskussion über eine wie auch immer ausgestaltete Wehrpflicht sei daher nicht notwendig, so der SPD-Politiker. ### Forderung nach Wehrpflicht-Debatte Thomas Röwekamp (CDU), Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, widersprach Pistorius deutlich. “Entscheidend ist, dass die Bundeswehr schnellstmöglich die personelle Stärke erreicht, die sie für ihre Aufgaben braucht”, sagte Röwekamp dem Kölner Stadt-Anzeiger. Die sicherheitspolitische Lage lasse keinen Spielraum für Verzögerungen beim Personalaufwuchs. “Wenn die Freiwilligkeit dafür nicht ausreicht, müssen wir zur Wehrpflicht zurückkehren. Die Debatte darüber und über ein allgemeines verpflichtendes Dienstjahr brauchen wir jetzt.” Sollte die Freiwilligkeit nicht ausreichen, müsse über eine Rückkehr zur Wehrpflicht oder ein allgemeines verpflichtendes Dienstjahr diskutiert werden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück