Ein Mann hat am Sonntag am Bahnhof Lüneburg eine völlig irre Aktion gelegt: Er ließ sich von einem heranrasenden ICE überrollen – und stand danach einfach wieder auf und floh. Die Bundespolizei ermittelt nun fieberhaft.
Kopfüber ins Gleisbett gesprungen
Gegen 16:54 Uhr am Sonntagnachmittag soll der bisher unbekannte Mann am Gleis 2 des Bahnhofs Lüneburg eine Aktion begangen haben, die selbst erfahrene Polizisten fassungslos macht. Wie die Bundespolizeiinspektion Bremen mitteilte, sprang der Mann vom Bahnsteig vor den einfahrenden ICE, der zu diesem Zeitpunkt immerhin noch rund 45 km/h schnell war. Doch statt zur Seite zu springen, legte er sich kurzerhand parallel zu den Schienensträngen ins Gleisbett – mitten unter den heranrasenden Zug.
Lokführer leitete Notbremsung ein – doch es war zu spät
Der Lokführer des ICE erkannte die lebensbedrohliche Situation sofort und leitete eine Schnellbremsung ein. Dennoch konnte er nicht verhindern, dass die Person vom Zug überrollt wurde. Die rund 200 Fahrgäste an Bord dürften in diesem Moment wohl kaum geahnt haben, was sich da gerade unter ihrem Zug abspielte. Was dann kam, grenzt an ein Wunder: Nachdem der ICE schließlich zum Stehen gekommen war, kletterte der Mann einfach zurück auf den Bahnsteig, schnappte sich seine zuvor abgelegten persönlichen Sachen – und verschwand spurlos.
Schock beim Lokführer, Chaos im Bahnhof
Die unfassbare Aktion hatte nicht nur für den mutmaßlichen „Stuntman“ Konsequenzen. Der unter Schock stehende Lokführer musste sofort abgelöst werden und konnte seinen Dienst nicht fortsetzen. Der Bahnhof Lüneburg wurde für rund 15 Minuten komplett gesperrt, was einen erheblichen Schaden im Bahnverkehr verursachte: Insgesamt mussten zwölf Züge Verspätungen von zusammen 198 Minuten hinnehmen, zwei Züge wurden sogar umgeleitet.
Polizei fahndet nach dem rätselhaften Unbekannten
Die Bundespolizeiinspektion Bremen hat die Ermittlungen wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr aufgenommen. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel: Wie kann jemand einen solchen Vorfall ohne erkennbare schwere Verletzungen überstehen? Und vor allem: Wer ist dieser Mann? Die Bundespolizei bittet alle Zeugen, die Hinweise zur Tat oder zum Aussehen des Unbekannten geben können, sich dringend unter der Telefonnummer 0421/16299-7777 oder per E-Mail an bpoli.bremen@polizei.bund.de zu melden. Der Mann gilt als flüchtig – und als offenbar äußerst widerstandsfähig.