# TUI Cruises verteidigt umstrittene Orientkreuzfahrt im Irankrieg Datum: 26.05.2026 11:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/tui-cruises-verteidigt-umstrittene-orientkreuzfahrt-im-irankrieg-716040/ --- Der Kreuzfahrtreiseanbieter TUI Cruises hat die umstrittene Orientreise mit zwei Schiffen verteidigt, die nach Ausbruch des Irankriegs über Wochen im Persischen Golf festsaßen. Unternehmenschefin Wybcke Meier wies Vorwürfe der Leichtfertigkeit zurück und betonte, es habe vor Kriegsbeginn keine offiziellen Reisewarnungen gegeben. Außenminister Johann Wadephul hatte zuvor mangelndes Verständnis für Urlauber in der Region geäußert und auf frühere Warnungen verwiesen. ## TUI-Chefin widerspricht Vorwürfen der Leichtfertigkeit Unternehmenschefin Wybcke Meier verwies im Gespräch mit dem Magazin „Capital“ auf die Lage vor Beginn der Kampfhandlungen. „Bis zum Ausbruch des Irankriegs gab es definitiv keinerlei Reisewarnungen für die Region“, sagte Meier laut „Capital“. Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte nach Ausbruch des Krieges Ende Februar zunächst wenig Verständnis für Urlauber in der Region gezeigt und erklärt, es habe schon Wochen vorher Warnungen gegeben. Auf diese Vorwürfe reagierte die TUI-Cruises-Chefin deutlich. „Leichtsinnig sind wir mit Sicherheit nicht, das weise ich entschieden zurück. Wir gefährden doch nicht unsere Passagiere, unsere Crew und unsere Schiffe“, sagte Meier „Capital“ zufolge. Zur Bedeutung der Region für den Tourismus sagte Meier dem Magazin weiter: „In der ganzen Region seien jedes Jahr knapp drei Millionen Reisende unterwegs.“ Sie betonte zudem, zwei Wochen vor den Angriffen habe TUI Cruises eine Delegation vor Ort gehabt. „Zwei Wochen vor den Angriffen hatten wir eine Delegation in der Region, diese Eskalation war für uns nicht absehbar“, so Meier. „Hätte es Anzeichen für eine Gefahrenlage gegeben, hätten wir sofort woanders hinfahren können – durchaus ein Vorteil unserer Schiffe gegenüber den Hotels vor Ort“, so Meier. ### Wochenlange Blockade im Persischen Golf Die beiden Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ lagen bei Ausbruch des Irankriegs mit 5.000 Passagieren und Crew im Persischen Golf fest. Nach 50 Tagen konnten beide Schiffe Mitte April bei einer nur wenige Stunden anhaltenden Waffenruhe und Öffnung aus der Meerenge von Hormus befreit werden. Nach Unternehmensangaben ist das bislang nur wenigen Schiffen gelungen. In der Spitzenzeit hätten 50 Mitarbeiter im Krisenteam von TUI Cruises gearbeitet, so Meier gegenüber „Capital“. Crew und Passagieren sei vom ersten Tag an auch psychologische Betreuung angeboten worden. „Wir haben versucht, alles möglich zu machen, und letztlich auch alle Passagiere auf unsere Kosten ausgeflogen.“ Neben den regulären Flügen habe das Unternehmen auch eigene Charterkapazitäten organisiert. „Wir haben niemanden stehen lassen.“ ### Minimumbesatzung und freies Geleit Die beiden Schiffe seien letztlich mit einer Minimumbesatzung von jeweils 60 freiwilligen Crewmitgliedern aus der Meerenge von Hormus herausgefahren, erklärte Meier. Zuvor habe es dazu Verhandlungen mit der Internationalen Maritimen Organisation und mit allen Behörden in der Golfregion gegeben, um „auszuloten, ob unsere Seeleute aus humanitären Gründen freies Geleit bekommen“, so Meier laut „Capital“. Als die entsprechenden Freigaben vorlagen, konnten die Kapitäne die Leinen losmachen. „Wir sind nicht bedroht und nicht beschossen worden. Für die Passage gab es einen vorgegebenen und geprüften Wasserweg, an den wir uns gehalten haben.“ Mit den iranischen Behörden habe das Unternehmen zu keinem Zeitpunkt Kontakt gehabt, ein Schutzzoll für die Durchfahrt der Schiffe sei nicht gefordert und nicht gezahlt worden, erklärte Meier dem Magazin. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück