# Türmer lehnt Klingbeils erneute SPD-Kandidatur ab Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-24T01:22:10+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-24T01:22:14+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/tuermer-lehnt-klingbeils-erneute-spd-kandidatur-ab-770187/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Juso-Chef Philipp Türmer spricht sich vor der Neuwahl der SPD-Spitze im Januar gegen eine weitere Kandidatur von Lars Klingbeil aus. Er fordert einen neuen Kurs und personelle Veränderungen in der Partei. ## Kritik an Klingbeils Doppelrolle Türmer begründet seine Ablehnung damit, dass Klingbeil als Finanzminister und Vizekanzler nicht gleichzeitig Parteivorsitzender sein sollte. "Wenn Lars Klingbeil Finanzminister und Vizekanzler bleiben will, sollte er nicht wieder als Vorsitzender kandidieren". In den vergangenen knapp zehn Jahren habe Klingbeil als Generalsekretär und Vorsitzender "keine klare Strategie erkannt, wie es mit der Partei wieder aufwärts gehen soll." In der Doppelrolle als Minister und Parteichef sei dies kaum möglich, so Türmer. "Aus meiner Sicht spricht alles dafür, hier eine Veränderung zu schaffen". ### Alternative Kandidaten und inhaltliche Forderungen Als mögliche Alternativen nennt Türmer den früheren Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. “Er steht für Arbeit und Soziales. Es spricht viel dafür, die SPD gerade bei diesen Themen deutlicher zu profilieren”. Schwesig habe “hervorragenden Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern geführt, von dem wir alle lernen können. Sie steht glaubwürdig für soziale Gerechtigkeit und Wachstum und kommt letztlich für alles infrage. Ob sie kandidieren möchte, muss sie für sich entscheiden.” Ob er eine der beiden Kandidaturen unterstützen wird, lässt Türmer offen. "Ich lege mich nicht auf Personen fest, bevor die inhaltlichen und strategischen Fragen geklärt sind". ### Ablehnung von Gabriel und Forderung nach Neuausrichtung Eine Rückkehr von Sigmar Gabriel an die SPD-Spitze lehnt Türmer ab. "Meiner Erkenntnis nach hat er so viele Aufsichtsratsposten und andere hochlukrative Jobs, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass er noch Zeit für die SPD findet". Außerdem halte er Gabriel "nicht für die Zukunft der Sozialdemokratie." Für eine Neuordnung der SPD fordert Türmer inhaltliche Veränderungen. "Wir haben Wähler in alle Richtungen verloren, weil wir zu einer Partei des Status quo geworden sind. Wir müssen wieder glaubwürdig für mehr Gerechtigkeit stehen." Der Kampf gegen Ungleichheit müsse in den Mittelpunkt gerückt werden. "Wir müssen dafür einstehen, Vermögen gerechter zu verteilen, und dafür sorgen, dass sich Arbeit mehr lohnt als leistungsfreies Erben". --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück