# Trump verhängt neue Zölle gegen 60 Länder wegen Zwangsarbeit Datum: 24.07.2026 08:46 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/trump-verhaengt-neue-zoelle-gegen-60-laender-wegen-zwangsarbeit-735337/ --- USA erheben 10 bis 12,5 Prozent auf Importe – auch EU betroffen Die USA haben neue Zölle auf Importe aus rund 60 Ländern verhängt, darunter auch die Europäische Union. Wie das Büro des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer mitteilte, gelten die Abgaben seit Freitagmorgen 06:01 Uhr deutscher Zeit. Die Sätze liegen je nach Land bei 10 oder 12,5 Prozent. Für die EU wurde ein Zollsatz von 10 Prozent genannt, während Länder wie China oder Japan mit 12,5 Prozent belastet werden. Die Maßnahme betrifft 99 Prozent der US-Importe, wie der Spiegel und die Welt berichten. Ausnahmen gelten für bereits verschiffte Waren, die vor dem 28. Juli abgefertigt werden, sowie für bestimmte Produkte wie Öl, Erdgas oder Düngemittel. ## USA rechtfertigt Zölle mit Zwangsarbeit-Vorwürfen Als Begründung führt die US-Regierung unzureichende Maßnahmen gegen Zwangsarbeit in den betroffenen Staaten an. Paragraf 301 des US-Handelsgesetzes diene als rechtliche Grundlage, da er bei „ungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden“ Handelspraktiken Zölle erlaube, wie die tagesschau und die Welt erklären. Die neuen Abgaben ersetzen die zuvor verhängten globalen Zölle in Höhe von 10 Prozent, deren gesetzliche Frist am Freitag auslief. Diese waren im Februar nach einer Niederlage Trumps vor dem Obersten US-Gerichtshof in Eile eingeführt worden, da das Gericht seine früheren Zölle auf Basis eines Notstandsgesetzes für rechtswidrig erklärt hatte. ### Brasilien und Australien wehren sich gegen US-Zölle Kritik an den neuen Zöllen kam umgehend aus mehreren Ländern. Brasilien bezeichnete die Maßnahmen als „willkürlich und ungerechtfertigt“ und kündigte Vergeltungszölle sowie eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) an, wie die tagesschau berichtet. Auch Australien und Neuseeland widersprachen der US-Begründung. Neuseelands Regierungschef Christopher Luxon zweifelte auf der Plattform X an, dass die USA stichhaltige Beweise für Vorwürfe der Zwangsarbeit vorlegen könnten. Kanada prüft ebenfalls Gegenmaßnahmen, wie die Welt und das ZDF berichten. Die EU hatte zuvor im Rahmen des „Turnberry-Deals“ bereits Zugeständnisse gemacht, darunter die Abschaffung von Zöllen auf US-Industriegüter. ### USA setzt auf Zölle gegen moderne Sklaverei Die US-Regierung betont, die Zölle seien die „umfassendste Maßnahme im Bereich der internationalen Arbeitsrechte“, die die USA jemals ergriffen hätten, wie die Welt zitiert. Sie sollen moderne Sklaverei aus globalen Lieferketten verbannen. Ob die Maßnahmen langfristig Bestand haben, ist jedoch ungewiss: Paragraf 122 des Handelsgesetzes von 1974 erlaubt Zölle von bis zu 15 Prozent nur für maximal 150 Tage – danach müsste das US-Parlament zustimmen, was angesichts der hohen Inflation als unwahrscheinlich gilt. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück