# Trump droht mit Handelsstopp bei Zinspolitik der Fed Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-05T10:46:35+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-05T10:46:38+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/trump-droht-mit-handelsstopp-bei-zinspolitik-der-fed-751925/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- US-Präsident fordert Leitzinssenkung und droht mit Konsequenzen US-Präsident Donald Trump hat die US-Notenbank Federal Reserve mit einer ungewöhnlichen Drohung unter Druck gesetzt. Sollte die Fed ihre Geldpolitik nicht lockern, wolle er den Handel mit Ländern einstellen, mit denen die USA ein Handelsdefizit haben, wie er auf seiner Plattform Truth Social schrieb. „Senkt die Zinsen, oder ich breche den Handel mit Ländern ab, mit denen wir ein Defizit haben“, erklärte Trump. Die Forderung nach niedrigeren Leitzinsen begründete er mit dem überraschend starken Wachstum des US-Arbeitsmarktes, der im August um 162.000 Stellen gewachsen sei – deutlich mehr als von Volkswirten erwartet. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, hatten Experten im Schnitt nur mit 55.000 neuen Jobs gerechnet. Trump sieht darin eine Legitimation für eine Zinssenkung, obwohl Volkswirte warnen, dass ein starker Arbeitsmarkt die Lohnentwicklung und damit die Inflationsgefahren verstärken könnte. ## Trump ignoriert Inflation trotz Fed-Zielverfehlung Die Inflation in den USA liegt seit über fünf Jahren über dem von der Fed angestrebten Ziel von zwei Prozent, was Trump in seiner Argumentation jedoch nicht thematisierte. Auch den Zusammenhang zwischen einer Zinssenkung und dem Handelsdefizit mit anderen Ländern ließ er offen. Fed-Chef Kevin Warsh hatte zuvor betont, dass er der Preisstabilität eine höhere Priorität einräume und sich zu höheren Zinsen bereit zeige, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Warsh, der erst seit Mai im Amt ist, äußerte sich besorgt über die hartnäckige Inflation und bezeichnete den Arbeitsmarkt zugleich als „recht stabil“. ### Trump lobt Warsh und droht mit Jobverlust Trump hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach Kritik an der Geldpolitik der Fed geübt, insbesondere an seinem Vorgänger Jerome Powell, den er wegen dessen vermeintlich zu straffer Politik als „Verlierer“ bezeichnete. Warsh hingegen habe er mit Vorschusslorbeeren bedacht, wie die Süddeutsche Zeitung weiter schreibt. Trump hatte zudem erklärt, der neue Fed-Chef müsse seinen Vorstellungen folgen. Sollte Warsh eine Zinserhöhung angekündigt haben, „hätte er den Job nicht bekommen“, so der US-Präsident. ### Fed zwischen Zinsen und Inflationsrisiko gefangen Die Drohung Trumps, den Handel mit bestimmten Ländern einzustellen, wirft Fragen nach den möglichen Konsequenzen auf. Während niedrigere Zinsen das Wachstum von Unternehmen fördern können, bergen sie auch das Risiko, die Inflation weiter anzuheizen. Die Fed steht damit vor der Herausforderung, zwischen Wirtschaftswachstum und Preisstabilität abzuwägen. Neue Inflationszahlen in den USA werden kommende Woche Freitag erwartet. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück