# Trump-Dieseldeal mit Putin löst Empörung in Europa aus Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-11T15:48:02+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-11T16:59:17+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/trump-dieseldeal-mit-putin-loest-empoerung-in-europa-aus-765648/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- US-Präsident vereinbart Ölimport aus Russland – Ukraine und EU reagieren scharf US-Präsident Donald Trump hat mit Russlands Präsident Wladimir Putin eine Vereinbarung über die Lieferung von zunächst 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt getroffen. Wie der Kreml bestätigte, soll Russland im November weitere 500.000 Tonnen und später eine Million Tonnen freigeben. Trump betonte, dies diene der Entlastung der US-Landwirte, die unter hohen Spritpreisen leiden. Experten wie der Ölanalyst Rory Johnston bezweifeln jedoch, dass die Lieferungen den Markt nachhaltig entlasten werden, da sie den US-Verbrauch nur für etwa 14 Stunden decken würden, wie die US-Energiebehörde EIA errechnet hat. Die Preise für Diesel sind seit Beginn des Iran-Krieges im Februar um 70 Prozent gestiegen, was die Inflation in den USA weiter anheizt. ## Die Reaktionen aus der Ukraine fielen scharf aus Die Reaktionen aus der Ukraine fielen scharf aus. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Deal auf Telegram als „nicht fair und nicht ehrlich“ und warnte, die Erlaubnis für russische Ölexporte sei eine „Investition in den Krieg“ gegen sein Land. Besonders verärgert zeigte er sich darüber, dass Trumps Gesandte parallel zu den Verhandlungen mit Putin in Miami mit ukrainischen Unterhändlern über ein mögliches Kriegsende sprachen, ohne den Dieseldeal zu erwähnen. Selenskyj erneuerte die Bereitschaft der Ukraine, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, falls Russland im Gegenzug seine Attacken auf ukrainische Energieanlagen beende. ### Europa empört über Trumps Öldeal mit Russland Auch in Europa stieß Trumps Schritt auf massive Kritik. Familienministerin Karin Prien (CDU) schrieb auf X, der Deal sei ein „moralischer Bankrott“. Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, warf Trump vor, sich mit seiner Forderung nach Selenskyjs Ablösung „unmissverständlich auf die Seite des Mörders“ zu stellen. Die Bundesregierung betonte unterdessen, an ihrer Unterstützung für die Ukraine festzuhalten. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte, die Hilfe für Kiew in ihrem Abwehrkampf bleibe „ungebrochen“. ### Trump fordert Selenskyjs Ablösung Trump selbst erhöhte den Druck auf Selenskyj und forderte dessen Ablösung. Der ukrainische Präsident habe trotz mehrfacher Möglichkeiten nie einen Deal zur Beendigung des Krieges geschlossen, sagte Trump vor Journalisten. Die ukrainische Verfassung sieht jedoch keine Wahlen während des Kriegszustands vor. Selenskyj erhält indes Rückhalt aus dem eigenen Land: Außenminister Andrij Sybiha betonte auf X, der Präsident genieße die Unterstützung des ukrainischen Volkes, das selbst über seine Führung entscheiden dürfe. ### Pence warnt vor Rettungsleine für Putins Kriegsmaschinerie In den USA gibt es ebenfalls Kritik an Trumps Vorgehen. Ex-Vizepräsident Mike Pence warnte auf X davor, Putins „Kriegsmaschinerie“ eine „Rettungsleine zuzuwerfen“. Pence betonte, Putin wolle keinen Frieden, sondern die Ukraine erobern. ARD-Korrespondent Jan Oppel vermutet, Trump handele vor allem aus wahlkampftaktischen Gründen, um den Landwirten günstigen Diesel zu ermöglichen. Die Republikanische Partei fürchtet, bei den anstehenden Wahlen wegen der hohen Energiepreise abgestraft zu werden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück