# Top-Industrie warnt vor geopolitischen Risiken und fordert Strategie Datum: 11.06.2026 13:29 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/top-industrie-warnt-vor-geopolitischen-risiken-und-fordert-strategie-721529/ --- Angesichts aktueller Kriege und Handelskonflikte sehen viele Spitzenvertreter größerer Produktionsbetriebe erhebliche Risiken für die deutsche Industrie. Eine Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach unter Topentscheidern aus 154 Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland zeigt zugleich ein hohes Vertrauen in die eigene Widerstandsfähigkeit. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht dennoch weiter großen politischen Handlungsbedarf bei der Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz. ## Topentscheider sehen hohe Risiken trotz eigener Stärke Ein Großteil der Spitzenvertreter größerer Produktionsbetriebe sieht angesichts aktueller Kriege und Handelskonflikte erhebliche Risiken für die deutsche Industrie. Das ergab eine Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach unter Topentscheidern aus 154 Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland, die mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen oder mindestens 100 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften, über die der „Spiegel“ berichtet. Auftraggeber war der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Mehr als die Hälfte der Topentscheider sieht demnach große oder sehr große Risiken für das eigene Unternehmen durch mögliche Störungen von Transportwegen sowie durch Lieferengpässe bei Rohstoffen oder Zwischengütern. Gleichzeitig schätzen mehr als 80 Prozent die Widerstandsfähigkeit („Resilienz“) des eigenen Unternehmens als eher hoch oder sehr hoch ein. Ein Widerspruch? Nein, erklärte der Lobbyverband BDI. „Die meisten Unternehmen haben große Anstrengungen unternommen, sich bei Lieferketten und Absatzmärkten breiter aufzustellen“, sagte Peter Leibinger, BDI-Präsident, laut „Spiegel“. Sie hätten dadurch ihre Verwundbarkeit reduziert, soweit es ihnen möglich gewesen sei. Auf geopolitische Bedrohungen wie die iranische Blockade der Meerenge von Hormus hätten einzelne Unternehmen jedoch keinen Einfluss – und fühlten sich deshalb weiterhin verwundbar. ### Forderung nach besserer politischer Vorbereitung Die Politik sei gefordert, Lagebilder zu erstellen, diese mit den Unternehmen zu teilen sowie Krisenstäbe und Prozesse zu koordinieren, sagte Leibinger laut „Spiegel“. Das betreffe insbesondere Kanzleramt und Wirtschaftsministerium. „Die Unternehmen vermissen eine Gesamtstrategie für eine stärkere wirtschaftliche Resilienz des Standorts“, so der BDI-Präsident. Als Vorbild nannte Leibinger laut „Spiegel“ Japan, das seine Abhängigkeit von China bei bestimmten Rohstoffen und Vorprodukten seit Jahren systematisch reduziere. In Deutschland hingegen, kritisierte die Mehrheit der Befragten, mangle es an Frühwarnsystemen oder Kriseninformationen für die Firmen. ### Lob für internationale Kooperation und Förderung In anderen Bereichen dagegen lobten Industrievertreter den Staat. Beim Abschluss internationaler Partnerschaften oder Freihandelsabkommen leiste er nach Angaben der Befragten gute Arbeit. Auch die Kooperation mit staatlichen Stellen funktioniere in aller Regel gut bis sehr gut, nur 14 Prozent bewerteten sie als weniger gut. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen profitiert zudem von Fördergeldern aus nationalen oder europäischen Programmen, die dazu beitragen, ihre wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, wie der „Spiegel“ weiter berichtet. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück