# TK-Chef Baas: Gesundheitssystem braucht Reform statt mehr Geld Datum: 14.04.2026 06:39 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/tk-chef-baas-gesundheitssystem-braucht-reform-statt-mehr-geld-702542/ --- Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, dringt auf tiefgreifende Reformen im deutschen Gesundheitssystem und hält zusätzliche Finanzmittel für überflüssig. Trotz grundsätzlicher Zustimmung zu den Reformvorschlägen der Regierungskommission warnt er vor einem weiteren Anstieg der Beitragssätze und fordert politische Standhaftigkeit. Scharfe Kritik richtet Baas zudem an die Pharmaindustrie, der er überzogenen Einfluss und unrealistische Drohkulissen vorwirft. ## „Mehr als genug Geld im System“ Jens Baas, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse, sieht im deutschen Gesundheitssystem keinen Mangel an finanziellen Mitteln, sondern strukturelle Probleme. „Wir haben mehr als genug Geld im System, kein anderes Land in Europa gibt gemessen am Bruttoinlandsprodukt so viel für Gesundheit aus“, sagte Baas dem „Spiegel“. „Wenn es in der politischen Diskussion heißt, wir müssten noch mehr Geld ins System pumpen, dann ist das totaler Unsinn.“ Mit Blick auf die Vorschläge der Regierungskommission zur Finanzierung des Gesundheitssystems äußerte sich Baas grundsätzlich positiv, plädierte zugleich aber für genaue Prüfung der konkreten Gesetzgebung. „Das sind erst mal Vorschläge – entscheidend ist, was am Ende im Gesetz steht“, sagte er dem „Spiegel“. Den Widerstand gegen die 66 Reformvorschläge mit einem Entlastungsvolumen von 42 Milliarden Euro bezeichnete er laut „Spiegel“ als erwartbar: Alle erklärten, nur das Wohl der Patienten im Blick zu haben. Es werde nicht mit Fakten argumentiert, sondern mit Emotionen. ### Warnung vor steigenden Beitragssätzen Ohne grundlegende Reformen steuere das System nach Ansicht von Baas auf eine deutliche Verschärfung zu. Man laufe auf einen Beitragssatz von 20 Prozent zu, sagte er dem „Spiegel“, und stellte zuspitzend die Frage: „Wie viel denn noch?“ Bundesgesundheitsministerin Nina Warken forderte er laut „Spiegel“ auf, trotz des zu erwartenden Drucks standhaft zu bleiben: „Entscheidend ist, ob sie es schafft, genügend Vorschläge umzusetzen und damit allen wehzutun. Dafür braucht sie Mut.“ ### Kritik an der Pharmaindustrie Besonders deutlich äußerte sich Baas zur Rolle der Pharmaindustrie. Deren Drohung, bei sinkenden Preisen aus dem deutschen Markt abzuwandern, nannte er im „Spiegel“ „eine Scheindrohung“ und „totalen Unsinn“: „Wir sind einer der größten Märkte der Welt und haben mit die höchsten Preise – das vermeintliche Erpressungspotenzial ist nicht vorhanden.“ Es fehle ein „Gegengewicht“ zur Pharmaindustrie, kritisierte Baas weiter im „Spiegel“. „Die Krankenkassen haben in den Diskussionen mit der Industrie keinen gleich langen Hebel, um vernünftige Preise festzusetzen. Und der Politik fehlt oft der Mut.“ Die Pharmaindustrie trete „mit einer Mischung aus Forschheit und Drohung“ auf. Das führe dazu, dass das Standortargument in Deutschland mehr ziehe als in anderen Ländern, „bis hin zum Kanzleramt“, so Baas gegenüber dem „Spiegel“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück