# Thyssenkrupp-Chef: Stahlverkauf nur zu Toppreis, Zukunftsaussichten stark Datum: 24.04.2026 17:59 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/thyssenkrupp-chef-stahlverkauf-nur-zu-toppreis-zukunftsaussichten-stark-706505/ --- Thyssenkrupp-Chef Miguel López schließt einen Verkauf der Stahlsparte an den indischen Konzern Jindal Steel zu Schleuderpreisen aus. Zwar hält der Konzern an der Abgabe der Mehrheit an Thyssenkrupp Steel fest, sieht die Sparte aber inzwischen deutlich höher bewertet und mit guten Zukunftsaussichten. Zugleich fordert López mehr Unterstützung durch die europäische Politik und übt scharfe Kritik an geplanten EU-Regeln sowie an einer geplanten Energiepreisprämie der Bundesregierung. ## „Ich werde den Stahl nicht verramschen“ Miguel López will die Stahlsparte von Thyssenkrupp nicht um jeden Preis an Jindal Steel verkaufen. „Ich werde den Stahl nicht verramschen“, sagte López dem „Spiegel“. Das gelte „für alle, die daran interessiert sind“, so López laut „Spiegel“. Die Gespräche mit Jindal liefen nach seinen Angaben weiter, Thyssenkrupp habe unverändert die Absicht, die Mehrheit an der Thyssenkrupp Steel abzugeben. Aber die Bewertung habe sich „erheblich verbessert“, sagte López dem „Spiegel“. „Ich sehe für unser Stahlgeschäft eine exzellente Zukunft.“ Als Gründe nannte er laut „Spiegel“ den mit den Arbeitnehmern vereinbarten Sanierungstarifvertrag, die vereinbarte Veräußerung der Beteiligung an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) an Salzgitter sowie die neuen Stahlschutzzölle der EU. Thyssenkrupp verhandelt seit einigen Monaten mit Jindal, zuletzt waren die Gespräche nach Angaben aus dem Konzernumfeld ins Stocken geraten, berichtete der „Spiegel“. Einen Zusammenschluss mit dem deutschen Konkurrenten Salzgitter, für den Fall eines Scheiterns der Gespräche mit Jindal, schloss López aus. „Auf keinen Fall“, sagte er dem „Spiegel“. ### Strategie: Weniger Stahl, aber „modern, effizient, klimafreundlich“ Thyssenkrupp sei angetreten, „eine niedrigere Menge Stahl zu produzieren, dafür aber modern, effizient, klimafreundlich und profitabel“. Jetzt wisse man, dass dieses Ziel erreichbar sei, sagte López dem „Spiegel“. „Damit werden wir stärker sein als die kleineren deutschen Anbieter.“ Sich wieder mit zusätzlichen Kapazitäten zu belasten, wäre falsch, erklärte er laut „Spiegel“. Mit scharfer Kritik überzog López seine Vorgänger, ohne sie namentlich zu nennen. „Ich habe viel zerschlagenes Porzellan vorgefunden, als ich angefangen habe“, sagte der Konzernchef dem „Spiegel“. Vor 2023 habe man „Wert vernichtet in Dimensionen, die wirklich schlimm waren“. ### Kritik an EU-Regeln und Energiepreisprämie López forderte weitere Unterstützung durch die europäische Politik. Man brauche „Made in Europe“ für ein resilientes Europa, sagte er dem „Spiegel“. Stahl werde auch in Zukunft gebraucht und könne sauber hergestellt werden. Die von der EU-Kommission geplanten „Buy European“-Regeln, nach denen Mindestanteile des Materials in Europa hergestellt sein müssen, wenn der Staat baut oder den Kauf von Elektroautos fördert, seien jedoch „unprofessionell aufgesetzt“. Beim Stahl will die Kommission zwar grünen Stahl vorschreiben, aber nicht explizit europäischen. Das ergebe keinen Sinn, sagte López laut „Spiegel“. Es drohe „eine massive Abhängigkeit“ von Stahl aus Fernost. Die von der Bundesregierung beschlossene Prämie von 1.000 Euro zum Ausgleich der hohen Energiepreise infolge des Irankriegs lehnt der Thyssenkrupp-Chef ab. „Ich finde das nicht hilfreich“, sagte er dem „Spiegel“. „Wir werden das intern diskutieren, aber an undurchdachten Maßnahmen beteiligen wir uns normalerweise nicht.“ ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück