Der Textildiscounter KiK will bis Ende 2026 europaweit hunderte Standorte aufgeben. Bislang liegt noch keine Liste betroffener Filialen öffentlich vor, doch auch in Osnabrück dürften die Pläne bei den Angestellten in den Filialen an der Pagenstecherstraße im Hafen und an der Bremer Straße in Schinkel mit Sorge beobachtet werden.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Zahl der Standorte in Europa bis Ende 2026 um rund 225 sinken. In Deutschland soll die Zahl der Filialen von derzeit rund 2.400 auf etwa 2.200 zurückgehen. Europaweit sind nach aktuellen Berichten 300 Schließungen und zugleich aber auch 75 Neueröffnungen vorgesehen.
Keine konkrete Liste mit betroffenen Filialen
Welche Märkte tatsächlich wegfallen sollen, hat das Unternehmen bislang nicht öffentlich gemacht. Damit ist derzeit auch offen, ob einer der beiden Osnabrücker Standorte im Schinkel und an der „Page“ im Stadtteil Hafen von den angekündigten Maßnahmen betroffen sein könnte.
Aus der Unternehmensführung hieß es gegenüber Medien, KiK richte sein Standortportfolio stärker auf Profitabilität aus. Hintergrund sei unter anderem, dass der Discounter in der Vergangenheit teilweise zu dicht expandiert habe und einzelne Filialen zu nah beieinander lägen. Die verbliebenen Standorte seien nach Unternehmensangaben profitabel.
KiK plant Umbau statt Rückzug aus dem lokalen Einzelhandel
Der Konzern stellt die Entwicklung nicht als grundlegenden Rückzug dar, sondern als Korrektur der bisherigen Expansion. Bereits im September 2025 hatte KiK angekündigt, unrentable Standorte schließen zu wollen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Schon Ende vergangenen Jahres wurden erste Filialen aufgegeben. Neu ist nun vor allem die Größenordnung, die das Vorhaben inzwischen erreicht hat.
Nach Berichten über eine mögliche noch deutlich größere Zahl von Schließungen hatte das Unternehmen betont, sein Filialnetz regelmäßig zu überprüfen, um wirtschaftlich solide aufgestellt zu bleiben. Anpassungen seien Teil eines fortlaufenden Prozesses. Gleichzeitig investiere KiK weiterhin in bestehende Märkte und eröffne auch neue Standorte im In- und Ausland.
Wettbewerb und Kaufzurückhaltung setzen Discounter unter Druck
Der Umbau erfolgt in einer wirtschaftlich angespannten Lage für viele Handelsunternehmen. KiK verweist auf eine spürbare Kaufzurückhaltung, eine hohe Preissensibilität bei Kundinnen und Kunden sowie einen zunehmenden Wettbewerbsdruck. Neben stationären Konkurrenten wie Woolworth, NKD oder Action machen auch Onlineanbieter wie Shein und Temu dem klassischen Discountgeschäft zu schaffen.
KiK-Beschäftigte sollen weiter im Unternehmen unterkommen
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versucht das Unternehmen, Sorgen vor einem größeren Stellenabbau zu dämpfen. Nach Darstellung der Geschäftsführung seien keine Kündigungen geplant. Stattdessen solle Beschäftigten aus betroffenen Filialen nach Möglichkeit ein Einsatz in anderen Märkten angeboten oder eine andere Lösung gefunden werden.
KiK beschäftigt nach eigenen Angaben rund 32.000 Menschen, davon etwa 19.000 in Deutschland. Wegen des dichten Filialnetzes sieht das Unternehmen grundsätzlich Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung.
Auch Veränderungen im KiK-Management
Begleitet werden die Filialpläne von personellen Veränderungen an der Unternehmensspitze. Zuletzt waren mehrere Wechsel in der Führungsetage bekannt geworden. Das verstärkt den Eindruck, dass sich der Discounter insgesamt in einer Phase der Neuordnung befindet.
KiK wurde 1994 gegründet, der Name steht für „Kunde ist König“. Das Unternehmen ist inzwischen in 14 europäischen Ländern vertreten. Für das Jahr 2024 meldete der Händler einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. In Deutschland zählt KiK weiterhin zu den Einzelhändlern mit den meisten Verkaufsstellen.
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