# Sturzflut in Nepal: Mindestens 95 Tote, Hunderte vermisst Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-26T18:16:55+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-26T18:16:55+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/sturzflut-in-nepal-mindestens-95-tote-hunderte-vermisst-747725/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Ganze Dörfer weggespült – unter den Vermissten viele Ausländer Eine verheerende Sturzflut hat in Nepal ganze Dörfer zerstört und mindestens 95 Menschen das Leben gekostet. Hunderte weitere, darunter zahlreiche ausländische Touristen, gelten als vermisst. Wie die Tagesschau und der Spiegel berichten, wurden ganze Ortschaften entlang des Flusses Bhotekoshi weggespült, Straßen, Brücken und Kraftwerke beschädigt. Die Wasser- und Schlammmassen richteten auch in der Grenzregion zu Tibet schwere Schäden an, wo chinesische Staatsmedien mindestens drei Tote meldeten. Die genauen Opferzahlen sind noch unklar, da die Rettungsarbeiten durch Hochwasser und unwegsames Gelände erschwert werden. ## Mögliche Bündnisse Nepals Regierungssprecher Sasmit Pokharel bestätigte, dass sowohl Indien als auch China um Unterstützung gebeten wurden. Indiens Premierminister Narendra Modi bot bereits humanitäre Hilfe an, wie die Tagesschau schreibt. Unter den Vermissten in Nepal sind laut dem Nepal Tourism Board 291 Ausländer, darunter viele Inder, aber auch Touristen aus Deutschland, den USA, Spanien, Großbritannien und Malaysia. Die Nachrichtenagentur Yonhap meldet zudem acht vermisste Südkoreaner, die an einem Wasserkraftwerk arbeiteten. ### Erdbeben löste Lawine und Flutwelle aus Das Auswärtige Amt in Berlin gab an, dass bisher keine Erkenntnisse über betroffene deutsche Staatsangehörige vorliegen, die Botschaft in Kathmandu stehe jedoch in engem Kontakt mit den lokalen Behörden. Als mögliche Ursache der Katastrophe wird ein Erdbeben der Stärke 4,4 vermutet, das die US-Erdbebenwarte USGS nahe der Grenze zwischen Nepal und China registrierte. Nepals Außenminister Shisir Khanal deutete an, dass das Beben eine Lawine ausgelöst haben könnte, die wiederum die Sturzflut verursachte. Klimaexperten des International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD) in Kathmandu gehen davon aus, dass eine Eis- und Gerölllawine von einem Gletscher den Fluss Lhende Khola blockiert und dann eine plötzliche Flutwelle freigesetzt habe. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Flut am Mittwochmorgen über den Bhotekoshi hereinbrach, der im Hochland von Tibet entspringt. ### Armee und China retten Betroffene in Nepal In den besonders betroffenen Orten Syapru Besi und Timure konnten wegen der hohen Wasserstände zunächst keine Hubschrauber landen. Nepals Premierminister Balendra Shah mobilisierte Einheiten der Armee für Such- und Rettungseinsätze. Auch in China wurden Rettungskräfte mit schwerem Gerät entsandt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldet. Staatschef Xi Jinping ordnete an, alle verfügbaren Kräfte für den Einsatz einzusetzen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück