Wie verhalten sich Pinguine als „Single“ und wie in einer Beziehung? Wie ist das Osnabrücker Wolfsrudel zurzeit strukturiert? Und macht der Nachwuchs bei den Weißscheitelmangaben seinem Vater schon den Platz streitig? Darüber forschten sieben Studierende im Zoo Osnabrück.

Insgesamt sieben Studierende der Universität Osnabrück forschten unter anderem bei den Humboldtpinguinen im Zoo Osnabrück (im Vordergrund: Gwydion Scherer, Tierpflegerin Kirsten Bischoff; im Hintergrund v.l.n.r.: Dr. Helge Schlüns, wissenschaftliche Mitarbeiter, Dr. Lars Lewejohann, Leiter des Lehrstuhls Verhaltensbiologie, Carina Kaufmann, Julian Escher, Philippe Gründer, Marek Deckena)
„Die wissenschaftlich ausgewerteten Verhaltensbeobachtungen der Studierenden sind für uns enorm wichtig“, betont Zoodirektor Prof. Michael Böer. „So können wir die Tiere noch besser verstehen und auch die Haltung immer weiter verbessern.“ Zwei Wochen lang beobachteten sieben Biologie-Studenten der Universität Osnabrück im Rahmen des Mastermoduls „Verhaltensbiologie“ Europäische Wölfe, Humboldtpinguine und Weißscheitelmangaben, eine bedrohte Affenart, unter vorher festgelegten Fragestellungen.
So sollte bei den Pinguinen beobachtet werden, ob sich männliche „Single“-Pinguine anders verhalten als Pinguine, die einen Partner haben. Besonderes Augenmerk galt dabei dem männlichen Pinguin Forrest, der erst seit kurzem im Zoo Osnabrück lebt und noch keine Partnerin hat.
Bei den zehn Wölfen stand die aktuelle Rangordnung im Mittelpunkt – wer verhält sich wem gegenüber dominant oder unterwürfig?
Die dritte Gruppe untersuchte, ob Barmani, ein junger Weißscheitelmangabenmann, seinem Vater Chakon schon den Platz streitig macht und wie Barmani sich gegenüber den anderen Familienmitgliedern verhält. Dr. Lars Lewejohann, Leiter des Lehrstuhls für Verhaltensbiologie an der Universität, ist froh diese Möglichkeit zur Verhaltensbeobachtung im Zoo Osnabrück nutzen zu können: „Die Studierenden verstehen dadurch, was es tatsächlich heißt Verhaltensbeobachtungen durchzuführen und worauf man achten muss. Von der Entwicklung der Fragestellung über einen Beobachtungskatalog mit den verschiedenen Verhaltensweisen bis hin zur Auswertung müssen die Studierenden den kompletten Prozess selbst durchdenken und umsetzen.“
Die Osnabrücker Pinguine.
