# Studie: Vollzeit könnte Personalmangel im öffentlichen Dienst lösen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-01T18:32:17+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-01T18:32:22+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/studie-vollzeit-koennte-personalmangel-im-oeffentlichen-dienst-loesen-750256/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ließe sich der Personalmangel im öffentlichen Dienst durch eine Aufstockung von Teilzeit auf Vollzeit fast vollständig ausgleichen. Allein durch diese Maßnahme könnten 634.000 zusätzliche Vollzeitäquivalente entstehen. Der Beamtenbund beziffert den aktuellen Mangel auf 631.000 Stellen. ## Großes Potenzial, aber unwahrscheinlich Das IW hält es jedoch für unwahrscheinlich, dass alle Teilzeitbeschäftigten tatsächlich auf Vollzeit wechseln. Selbst wenn alle Bundesländer das Arbeitszeitniveau von Sachsen-Anhalt – dem Bundesland mit der höchsten durchschnittlichen Arbeitszeit im öffentlichen Dienst – erreichen würden, könnten immer noch knapp 300.000 Vollzeitstellen hinzukommen. ### Besonders Kitas und Schulen betroffen In Kitas und Schulen ist der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt, obwohl dort viele Beschäftigte in Teilzeit arbeiten. Würden alle Teilzeitkräfte in Kitas auf Vollzeit aufstocken, könnte das Arbeitsvolumen laut Studie um 25 Prozent steigen, was fast 55.000 zusätzlichen Erzieherstellen entspräche. In Schulen wären es knapp 20 Prozent oder 153.000 Vollzeitstellen für Lehrkräfte. In Bundesländern mit hoher Kaufkraft wie Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz könnte das Arbeitsvolumen um 19 bis 21 Prozent steigen. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein liegt das Potenzial bei knapp 16 Prozent, leicht über dem Bundesdurchschnitt. In den ostdeutschen Bundesländern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern beträgt die Reserve nur rund acht Prozent. Das liegt auch daran, dass die Kinderbetreuung im Osten traditionell besser ausgebaut ist und mehr Frauen arbeiten. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück