# Studie: Mindestlohn senkt Einkommensarmut in Deutschland kaum Datum: 28.03.2026 09:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/studie-mindestlohn-senkt-einkommensarmut-in-deutschland-kaum-696789/ --- Der gesetzliche Mindestlohn hat einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge das Ziel verfehlt, die Einkommensarmut in Deutschland zu verringern. Trotz der bislang stärksten Anhebung auf zwölf Euro im Jahr 2022 stieg die Armutsgefährdungsquote in der Gesamtbevölkerung im Folgejahr an. Die IW-Analyse stellt damit die Wirksamkeit des Mindestlohns als sozialpolitisches Instrument grundsätzlich infrage. ## Armutsgefährdungsquote steigt trotz Mindestlohn-Anhebung Nach der Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gab es nach der Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro im Jahr 2022 keinen messbaren Effekt auf die Einkommensarmut in der Gesamtbevölkerung. Die Armutsgefährdungsquote stieg im folgenden Jahr sogar auf 16,3 Prozent an. Als von Armut bedroht gilt der gängigen Definition zufolge, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltsnettoeinkommens in Deutschland verfügt. Lediglich unter Beschäftigten, die zuvor weniger als zwölf Euro pro Stunde verdienten, zeigte sich laut IW ein Rückgang der Armutsgefährdung. In dieser Gruppe sank die Armutsgefährdungsquote um 5,5 Prozentpunkte. Der gesamtgesellschaftliche Effekt blieb jedoch aus. ### Begrenzte Wirkung auf Einkommen und Renten Befürworter eines Mindestlohns verweisen in der Regel auf die gestiegenen Einkommen all jener, die zuvor mit ihrem Verdienst darunter lagen. Die Gegner verweisen darauf, dass Firmen wegen höherer Lohnkosten weniger Mitarbeiter einstellen. Die jetzt vorliegenden IW-Zahlen stellen den Mindestlohn damit als sozialpolitisches Instrument insgesamt infrage. Auch die Auswirkungen auf die Rentenansprüche von Vollzeitbeschäftigten könnten nach Einschätzung des Instituts gering bleiben. Die Effekte könnten „sehr gering“ sein, so das IW, „da die potenzielle Erhöhung weitgehend durch niedrigere Grundrentenzuschläge kompensiert würde“. Das bedeutet laut Studie: Nicht nur werden die Kosten damit schlicht auf Unternehmen umverteilt, auch bleibt ein spürbarer Nettoeffekt aus, weil mit den höheren Löhnen soziale Ansprüche sinken oder Abgaben steigen könnten. ### Kritik an weiteren Erhöhungen Auch künftigen Anhebungen des gesetzlichen Mindestlohns stehen die Ökonomen des IW kritisch gegenüber. Simulationen zeigten demnach, dass die Auswirkungen einer geplanten weiteren Erhöhung des Mindestlohns im Jahr 2027 auf 14,60 Euro nur gering sein könnten, obwohl dies bereits eine Erhöhung von 13,9 Prozent gegenüber dem Satz des vergangenen Jahres von 12,82 Euro darstellt. Selbst ein Mindestlohn von 15 Euro würde dem IW zufolge die Armutsquote in der Bevölkerung nur um 0,2 Prozentpunkte senken. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück