# Studie: Mehrwertsteuer-Ausnahmen schaden Wirtschaft und verteuern System Datum: 16.04.2026 11:30 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/studie-mehrwertsteuer-ausnahmen-schaden-wirtschaft-und-verteuern-system-703577/ --- Eine vom Bundesfinanzministerium in Auftrag gegebene Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kommt zu dem Ergebnis, dass viele Mehrwertsteuer-Ausnahmen ökonomisch schädlich sind. Während bestimmte Ermäßigungen als gut begründet gelten, sehen die Autoren zahlreiche andere Vergünstigungen kritisch und empfehlen deren Abschaffung oder Einschränkung. ## ZEW-Studie kritisiert zahlreiche Steuervergünstigungen Eine Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), über die das „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe) berichtet, bewertet zahlreiche Ausnahmen bei der Mehrwertsteuer als problematisch. Die Untersuchung war vom Bundesfinanzministerium in Auftrag gegeben worden. ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann betonte laut „Handelsblatt“, die Ermäßigungen für Photovoltaikanlagen, Lebensmittel und den Personenverkehr seien vergleichsweise gut begründet. Viele andere Ausnahmen seien hingegen „heute kaum noch zu rechtfertigen“ und „weder verteilungspolitisch überzeugend noch wirtschaftlich sinnvoll“. ### Debatte um Anhebung des Regelsteuersatzes Die Bundesregierung prüft den Angaben zufolge derzeit eine Anhebung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 21 Prozent. Ein Streichen von Ausnahmen könne „eine Erhöhung des Regelsteuersatzes vermeiden“, schreiben die Studienautoren in der ZEW-Analyse. In der Studie heißt es weiter, für die Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie existiere „keine tragfähige Begründung“. Auch die Ausnahme für kurzfristige Beherbergungsleistungen sollte nach Auffassung der Autoren gestrichen werden. Diese Ausnahme sei wenig zielgenau und „ein klarer Kandidat für die Abschaffung“. Als wenig überzeugend bewerten die Studienautoren zudem Ermäßigungen für Kultur und Unterhaltung, Rehabilitations- und Gesundheitsleistungen sowie für die Landwirtschaft. ### Mögliche Mehreinnahmen und Senkung des Normalsatzes Würden alle Ausnahmen außer für Lebensmittel gestrichen, könnte der Staat laut Studie im Jahr rund 14 Milliarden Euro mehr einnehmen. Gleichzeitig würde eine solche Reform nach Berechnungen der Autoren auch Spielraum für eine aufkommensneutrale Absenkung der Mehrwertsteuer eröffnen. In der Studie heißt es: „Eine Beseitigung aller Ermäßigungen mit der einzigen Ausnahme Lebensmittel würde eine Absenkung des Normalsatzes auf 18,14 Prozent erlauben.“ Würden alle ermäßigten Steuersätze abgeschafft, könnte der reguläre Satz der Untersuchung zufolge von 19 auf 16,7 Prozent sinken. „Ein Abbau schlecht begründeter Ausnahmen würde nicht nur die Einnahmesituation verbessern, sondern auch Bürokratiekosten und Abgrenzungsprobleme deutlich reduzieren“, sagte ZEW-Ökonomin Daniela Steinbrenner laut „Handelsblatt“. Die ZEW-Studie war in der Amtszeit des früheren Finanzministers Christian Lindner (FDP) in Auftrag gegeben worden. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück