# Studie: Israelische Siedlungsware als EU-Importware getarnt Datum: 10.06.2026 09:29 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/studie-israelische-siedlungsware-als-eu-importware-getarnt-721043/ --- Israelische Produzenten verschleiern nach Angaben der israelischen Rechts-NGO Global Echo systematisch die Herkunft von Agrarprodukten aus Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten, um von Zollvorteilen in der Europäischen Union zu profitieren. Das geht aus der Studie "Importing Occupation" hervor, über die die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. Demnach werden Produkte aus Siedlungen häufig als israelische Ware deklariert, sodass sie zu Unrecht von Zollgebühren befreit werden. ## Studie zu systematischer Falschdeklaration Die israelische Rechts-NGO Global Echo kommt in dem Bericht laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zu dem Schluss, dass israelische Produzenten offenbar systematisch die Herkunft von Agrarerzeugnissen verschleiern, die aus Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten stammen und in die Europäische Union exportiert werden. Produkte aus Siedlungen würden der Studie „Importing Occupation“ zufolge oft als israelisch ausgegeben. Nur so könnten die Zollbegünstigungen der EU auf sie angewendet werden. Für die Untersuchung wurden mehr als 2.000 Rechnungen ausgewertet, die zu diesem Zweck ausgestellt wurden und als Herkunftsland „Israel“ angaben. In 16,7 Prozent der Fälle habe sich dabei herausgestellt, dass die Produkte eigentlich aus Siedlungen stammten, heißt es in der Studie, über die die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet. ### Methoden der Produzenten und Versäumnisse der EU Die Produzenten und Exporteure wenden laut der Studie verschiedene Methoden an. So könnten Siedlungsprodukte bei der Verarbeitung oder Verpackung mit aus Israel stammenden Produkten vermischt und dann gemeinsam als „israelisch“ deklariert werden. Manchmal geben Händler in ihren Exportdokumenten auch falsche Adressen in Israel als Herkunftsorte für Produkte aus Siedlungen an. Oft würden die Herkunftsorte aber sogar korrekt benannt – jedoch werde als Herkunftsland fälschlich „Israel“ ergänzt, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ mit Verweis auf den Bericht. Der Bericht hält der EU ein „systemisches Versagen“ vor, wenn es um den Umgang mit Erzeugnissen aus Siedlungen geht. Denn die Auswertung tausender Exportdokumente lege nahe, dass diese oft nicht als Siedlungsprodukte erkannt und fälschlich von Zollgebühren befreit würden, heißt es in der Studie. ### Umfang der Exporte und politischer Kontext Vor allem Datteln, aber etwa auch Zitrusfrüchte, Avocados oder Olivenöl werden aus Israel nach Europa exportiert. Mehr als 17 Prozent von rund 6.800 untersuchten Lieferungen von Agrarprodukten, die in den vergangenen zehn Jahren in die EU sowie nach Großbritannien, Norwegen und in die Schweiz gelangten, stammten der Studie zufolge aus Siedlungen. Mit Blick auf Exporte nur in die EU waren es sogar fast 20 Prozent. Die Erhebung schließe eine wichtige Lücke, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Denn bislang habe es keine aktuellen Schätzungen zum Anteil von Siedlungsprodukten an Israels Exporten gegeben. Die letzte Angabe stamme aus dem Jahr 2011 und lag bei 2,23 Prozent. Der Bericht erscheint den Angaben zufolge in einem brisanten politischen Umfeld, denn die EU prüft derzeit, ob sie den Handel mit israelischen Siedlungen einschränkt oder gar ganz aufgibt. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte beim Treffen der EU-Außenminister vor einem Monat mehrere Optionen für weitere Beschränkungen vorgestellt. Deutschland lehnt Handelsbeschränkungen für israelische Siedlungen bislang ab. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück