# Studie: Deutschlands Wirtschaft wächst bis 2045 nur minimal Datum: 23.07.2026 00:14 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/studie-deutschlands-wirtschaft-waechst-bis-2045-nur-minimal-735003/ --- Die deutsche Wirtschaft wird nach einer Studie des Forschungsinstituts Prognos für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) bis zur Mitte des Jahrhunderts voraussichtlich nur schwach wachsen. Selbst dieses verhaltene Wachstum setzt demnach voraus, dass Unternehmen deutlich stärker als bisher digitale Lösungen, Künstliche Intelligenz (KI) und weitere technologische Innovationen in ihre Produktion integrieren. Ohne technischen Fortschritt würde die deutsche Volkswirtschaft in den kommenden Dekaden schrumpfen, heißt es in der Untersuchung, über die die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagausgabe) berichtet. ## Technischer Fortschritt als zentrale Wachstumsquelle Laut Studie des Forschungsinstituts Prognos für die VBW steht die deutsche Wirtschaft vor einer Phase nur geringen Wachstums. Da wegen zu geringer Geburtenraten immer weniger Menschen für den hiesigen Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden und zugleich die Fertigung schon heute stark maschinell geprägt sei, werde der technische Fortschritt zunehmend zur einzigen Wachstumsquelle, heißt es in der Untersuchung. Ohne technischen Fortschritt würde die deutsche Volkswirtschaft in den kommenden Dekaden also schrumpfen. Konkret gehen die Prognos-Ökonomen davon aus, dass die gesamtwirtschaftliche Leistung bis 2045 im Schnitt um lediglich 0,9 Prozent pro Jahr zulegen wird. Dabei erklären die Forscher, dass diese Schätzung nicht einfach eine automatische Fortschreibung vergangener Wachstumsmuster sei. Vielmehr habe man bereits eingerechnet, dass nicht nur besagter Technologiesprung gelingen, sondern auch die Politik die zentralen strukturellen Herausforderungen zumindest teilweise bewältigen werde. Dazu zählt die Annahme, dass vermehrt Arbeitsanreize etwa für Frauen und Rentner gesetzt werden, um den Rückgang der Beschäftigtenzahl zumindest zu verlangsamen. Die Untersuchung macht deutlich, dass damit nicht nur die Produktivität steigen, sondern auch der demografisch bedingte Rückgang des Arbeitskräfteangebots teilweise kompensiert werden soll. ### Tiefer Strukturwandel in der deutschen Wirtschaft Die Prognos-Forscher machen in ihrer Studie zudem deutlich, dass sich die gesamte Wirtschaftsstruktur des Landes erheblich verändern wird. In Deutschland würden künftig andere Waren und Dienstleistungen erstellt als heute, und die Menschen würden in anderen Bereichen arbeiten, heißt es in der Untersuchung. Zentrale Treiber dieses Strukturwandels seien die Digitalisierung, die notwendige Dekarbonisierung der Wirtschaft, der demografische und der geopolitische Wandel sowie eine veränderte internationale Arbeitsteilung. Diese Entwicklungen veränderten nicht nur Produktionsprozesse, sondern auch Nachfrage- und Beschäftigungsmuster. Die Studie betont, dass die Kombination aus technologischen Umbrüchen und demografischem Wandel die heutige Struktur der deutschen Wirtschaft grundlegend verschieben werde. ### Verschiebung der globalen Wirtschaftskraft Global betrachtet werden sich die Gewichte der Prognos-Studie zufolge weiter zugunsten der Schwellenländer verschieben. Bereits 2045 werde etwa die Hälfte des globalen Bruttoinlandsprodukts auf diese Volkswirtschaften entfallen. Dabei profitierten asiatische Staaten wie Indien und Indonesien, aber auch manche Länder Afrikas von einer jüngeren Bevölkerung, der zunehmenden Erschließung ländlicher Regionen sowie wachsenden Investitionen in die Infrastruktur. Ein bedeutender Wachstumsmotor werde auch China bleiben. Zwar lasse die Dynamik infolge der Alterung und struktureller Anpassungen auch hier nach, dennoch werde die Volksrepublik bei Betrachtung des realen Bruttoinlandsprodukts noch in diesem Jahrzehnt an der Europäischen Union vorbeiziehen. Die USA hingegen könnten ihre wirtschaftliche Vormachtstellung gegenüber dem fernöstlichen Rivalen knapp behaupten. Damit zeichne sich langfristig ein Zeitalter wirtschaftlicher Bipolarität zwischen den USA und China ab, so die Forscher. Die EU bilde einen dritten Pol, mit der Dominanz der beiden Großmächte könne diese aber nicht mithalten. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück