# Strompreise bleiben bis 2030 hoch Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-26T19:12:04+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-26T19:12:08+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/strompreise-bleiben-bis-2030-hoch-771124/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Am Terminmarkt kostet eine Megawattstunde Strom für die Lieferung im nächsten Jahr über 150 Euro – fast doppelt so viel wie zu Jahresbeginn. Energieökonomen erwarten keine rasche Entspannung, da Gaskraftwerke weiterhin preisbestimmend wirken. ## Gaskraftwerke setzen weiterhin den Preis Hanns Koenig vom auf Strommarktmodellierung spezialisierten Beratungsunternehmen Aurora Energy Research bezweifelt, dass steigende Erneuerbaren-Anteile die Strompreise kurzfristig senken werden. “Selbst wenn wir irgendwann bei 90 Prozent Erneuerbaren-Anteil angekommen sind, werden Gaskraftwerke immer noch in mehr als der Hälfte der Stunden den Preis am Strommarkt setzen”, sagte er der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. Er rechnet erst 2029 oder 2030 mit einer Normalisierung auf Vorkrisenniveau von 75 bis 80 Euro pro Megawattstunde. Der Gaspreis könnte ihm zufolge bis dahin wieder auf 30 Euro fallen – der Preis von vor der Energiekrise 2022. Hintergrund ist die "Merit-Order": Kraftwerke werden nach ihren variablen Erzeugungskosten sortiert, und das letzte benötigte Kraftwerk setzt den Preis. Trotz steigender Erneuerbaren-Anteile sind dies oft noch Gaskraftwerke. ### SPD und Grüne fordern beschleunigten Ausbau SPD und Grüne sehen im Ausbau erneuerbarer Energien das entscheidende Mittel gegen hohe Strompreise. Nina Scheer, energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, betonte: “Wir müssen die Stunden, in denen fossile Kraftwerke benötigt werden, so gering wie möglich halten, um diesem preistreibenden Effekt wirksam entgegenzuwirken. Die aktuellen Kriege und ihre Auswirkungen auf die fossilen Ressourcenmärkte sind neuerlicher Beweis für den drängenden Handlungsbedarf im Umstieg auf erneuerbare Energien”, der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, übt scharfe Kritik. Er bemängelt, dass die Bundesregierung die Stromsteuer nicht gesenkt habe. Zudem habe sie den Zuschuss zu den Netzentgelten um eine Milliarde Euro gekürzt und belaste so die energieintensive Industrie zusätzlich. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück