# Stromnetz-Sabotage: Polizei findet Sprengstoff bei Verdächtigem Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-04T20:16:42+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-04T20:16:42+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/stromnetz-sabotage-polizei-findet-sprengstoff-bei-verdaechtigem-751712/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Ermittler gehen von Einzeltäter aus – Bekennerschreiben nennen Kraftwerke Nach einer Serie von Angriffen auf die Stromversorgung in Deutschland hat die Polizei bei einem Verdächtigen Sprengstoff sichergestellt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach bei einer Pressekonferenz von „Klimaterrorismus“ und geht von einem Einzeltäter aus, wie t-online.de und finanzen.at berichten. Die Ermittler stufen das eingegangene Bekennerschreiben als authentisch ein, da es detailliertes Täterwissen enthalte. In den Schreiben wurden unter anderem Kraftwerke in Dormagen und Weisweiler bei Aachen genannt – Orte in der Nähe von Braunkohle-Abbaugebieten, wie der NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte. Die Briefe waren zuvor bei mehreren Medienhäusern eingegangen und enthielten Angaben zu Taten, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich bekannt waren. In den Schreiben heißt es laut Medienberichten: „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen.“ ## Klimaschutz als Ausrede für Terror lehnt Reul ab Reul widersprach dieser Aussage und betonte, dass nicht die Stromerzeugung, sondern der Angriff auf kritische Infrastruktur ein Verbrechen sei. „Keine Ideologie taugt als Ausrede“, sagte er. Wer im Namen des Klimaschutzes die Stromversorgung von Krankenhäusern gefährde, riskiere Menschenleben. Reul forderte zudem einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur durch moderne Technik wie Kameras, Sensoren und Alarmsysteme. Ungewöhnlich sei, dass der Verdächtige die Bekennerschreiben allein unterschrieben und dabei sogar seine Wohnanschrift angegeben habe. Reul äußerte Zweifel, ob der Mann die Taten tatsächlich allein verübt habe, da er an verschiedenen Orten unterwegs gewesen sei. ### Polizei findet verdächtige Drähte an Kraftwerksgelände Die Polizei durchsuchte am Freitag die Umgebung des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen und eines Umspannwerks in Eschweiler, nachdem diese in den Bekennerschreiben genannt worden waren. Dabei sicherte sie zahlreiche dünne Drähte, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Die Beamten dokumentierten mehrere Stellen auf einem Feld und in einem Gebüsch in unmittelbarer Nähe zu den Anlagen. Offizielle Angaben zu den Funden machte die Polizei zunächst nicht. ### Angriffe auf Stromnetz begannen in Brandenburg und NRW Die Angriffe auf das Stromnetz hatten bereits am Dienstagmorgen in Brandenburg in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde begonnen. Abends kam es dann zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln. Die gefundenen Konstruktionen ähneln laut Polizei stark den Abschussvorrichtungen, mit denen Unbekannte in Bergheim Kabel über Oberleitungen geschossen und so mehrere Kraftwerksblöcke lahmgelegt hatten. Die Polizei bat die Bevölkerung um Mithilfe und schaltete ein Hinweisportal frei, insbesondere für Bild- und Videomaterial aus der Nähe von Umspannwerken. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück