# Streit um Vetorechte: Bundesregierung bremst KNDS-Börsengang aus Datum: 15.06.2026 16:39 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/streit-um-vetorechte-bundesregierung-bremst-knds-boersengang-aus-722768/ --- Kurz vor dem geplanten Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS spitzt sich der Konflikt zwischen Unternehmensspitze und Bundesregierung zu. Während Berlin auf strenge Schutzklauseln für deutsches Rüstungs-Know-how pocht, kritisiert KNDS-Verwaltungsratschef Tom Enders geplante Vetorechte als nationalen Sonderweg. Trotz einer Verständigung zwischen Berlin und Paris bleiben zentrale Fragen zur künftigen Ausgestaltung der Zusammenarbeit offen. ## Streit um Vetorechte und Wissensschutz Kurz vor dem Börsengang von KNDS beharrt die Bundesregierung auf strengen Klauseln, die verhindern sollen, dass kritisches Wissen aus Deutschland abfließt. Zwar konnten sich Berlin und Paris am Montag verständigen, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Aus dem Unternehmen kam jedoch bereits im Vorfeld deutliche Kritik an möglichen Vetorechten. Tom Enders, Verwaltungsratschef von KNDS, bezeichnete gegenüber dem „Handelsblatt“ „die zunehmend national verengte Perspektive in Sachen Verteidigung und Rüstungskooperation“ als „besorgniserregend“. Wörtlich fragte er: „Wollen wir wirklich Frankreich, mit dem wir seit vielen Jahrzehnten in zahlreichen Rüstungsprojekten erfolgreich zusammengearbeitet haben, wie China behandeln?“ ### Kritik an „nationalen Sonderwegen“ Enders bezog sich mit seinen Äußerungen auf ein am Freitag veröffentlichtes Papier mehrerer SPD-Bundestagsabgeordneter, die weitreichende Vetorechte beim Panzerbauer fordern. Der Manager warnt davor, dass sich Deutschland „auf nationale Sonderwege“ begebe. „Dabei muss doch jedem Nüchtern-Denkenden klar sein, dass wir die europäische Verteidigung nur durch mehr Kooperation und nicht durch nationale Abschottung und Alleingänge stärken können“, sagte Enders dem „Handelsblatt“. ### Bundesregierung verweist auf geistiges Eigentum Die Bundesregierung erklärte, dass die Gespräche mit Frankreich „vertrauensvoll und vertraulich“ verliefen. Sie begründet ihre Haltung damit, dass es nötig sei, geistiges Eigentum zu schützen. „Bei strategisch relevanten Verteidigungsfähigkeiten muss ausgeschlossen sein, dass deutsches Schlüssel-Know-how, geistiges Eigentum oder produktionsrelevante Technologie innerhalb eines Konzerns so genutzt oder weitergegeben werden, dass sich Entwicklungs-, Produktions- oder Exportkompetenzen schleichend aus Deutschland verlagern“, hieß es aus Regierungskreisen. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück