# Steuerzahlerbund-Chef klagt gegen Aktivrente und fordert Gleichbehandlung Datum: 23.03.2026 00:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/steuerzahlerbund-chef-klagt-gegen-aktivrente-und-fordert-gleichbehandlung-694537/ --- Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, verteidigt seine angekündigte Klage gegen die Aktivrente und kritisiert dabei vor allem deren Ausgestaltung. Während er das Ziel, Menschen zu längerer Erwerbstätigkeit zu motivieren, grundsätzlich nachvollziehbar findet, moniert er eine Ungleichbehandlung von Selbstständigen und Freiberuflern. Zugleich fordert Holznagel umfassende Reformen im Steuersystem, um Mehrarbeit attraktiver zu machen und steuerliche Entlastungen breiter zu gestalten. ## Kritik an der Ausgestaltung der Aktivrente Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, hat seine angekündigte Klage gegen die Aktivrente verteidigt. „Dass man Menschen motivieren will, länger zu arbeiten, ist grundsätzlich nachvollziehbar“, sagte er dem Nachrichtenportal T-Online. „Wir Deutsche gehen im internationalen Vergleich früh in Rente, dadurch geht viel Know-how verloren.“ Das Problem sei jedoch die konkrete Ausgestaltung der Aktivrente. „Bei der Aktivrente wird der Gleichbehandlungsgrundsatz nicht eingehalten, weil Selbstständige und Freiberufler ausgeschlossen sind“, kritisierte er gegenüber T-Online. Holznagel fordert daher gleiche Regeln für alle Erwerbstätigen. Zwar könne man „generell bezweifeln, ob die Aktivrente das richtige Instrument ist“, doch müsse sie, wenn eingeführt, auch flächendeckend gelten. Gerade Unternehmer im ländlichen Raum könnten nach seiner Darstellung profitieren, da viele vor der Aufgabe stünden und Nachfolger fehlten. ### „Verkorkstes Steuersystem“ und Anreize für Mehrarbeit Holznagel sieht zudem grundsätzliche Probleme im Steuersystem. „Wir Deutsche haben es geschafft, mit unserer Einkommensbesteuerung Mehrarbeit zu bestrafen“, sagte er T-Online. Die „sehr steile Progression“ führe seiner Ansicht nach dazu, dass sich zusätzliche Arbeit oft nicht lohne. Viele entschieden sich daher, zusätzliche Arbeit gegen Freizeit zu tauschen. „Das ist keine Böswilligkeit. Das ist eine logische Reaktion auf das verkorkste Steuersystem“, erklärte er. „Wir müssen alles dafür tun, dass sich der letzte Euro genauso lohnt wie der erste“, so Holznagel weiter gegenüber T-Online. Er verwies darauf, dass der aktuell diskutierte Vorschlag, den Spitzensteuersatz später greifen zu lassen, vor allem Durchschnittsverdiener entlaste. ### Forderungen des Steuerzahlerbunds zur Einkommensteuer Aus Sicht des Bundes der Steuerzahler sollte die geplante Reform nach den Worten Holznagels noch weiter gehen. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent sollte demnach erst ab 100.000 Euro zu versteuerndem Einkommen greifen. Die Union hatte eine Grenze von etwa 80.000 Euro vorgeschlagen. Zugleich sollte der Höchststeuersatz von 45 auf 48 Prozent steigen und erst gelten, wenn jemand eine Million Euro und mehr zu versteuern hat. Eine komplette Gegenfinanzierung für die Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen über höhere Steuersätze für Reiche hält Holznagel für unrealistisch. „Dafür bräuchte es Steuersätze von 70 Prozent oder mehr“, so Holznagel gegenüber T-Online. Grundsätzlich gelte für ihn: „Wenn man echte Steuerentlastungen möchte, muss man akzeptieren, dass der Staat auch weniger einnimmt.“ ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück