# Steffen Hallaschka zu Gast auf der Jobmesse Osnabrück: „Man muss brennen für das, was man tut“ Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-15T11:01:57+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-15T11:01:57+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/steffen-hallaschka-zu-gast-auf-der-jobmesse-osnabrueck-man-muss-brennen-fuer-das-was-man-tut-755802/ Kategorie: Aktuell --- Seit rund 30 Jahren steht Steffen Hallaschka vor der Kamera, seit 2011 moderiert er „stern TV“. Auf der Jobmesse Osnabrück sprach der Fernsehmoderator mit Moderatorin Kora Blanken über seinen eigenen Berufsweg, Erfolg und Zufriedenheit im Job – aber auch darüber, was junge Menschen heute auf den Arbeitsmarkt mitbringen und warum Künstliche Intelligenz menschliche Kommunikation nicht ersetzen kann. ## Vom Schauspieltraum zum Fernsehmoderator Auf der Jobmesse in Osnabrück verrät Moderator Steffen Hallaschka, sein eigentlicher Traumberuf als Kind sei Schauspieler gewesen. „Aber Moderator ist davon gar nicht so weit weg: Ich stehe auch auf einer Bühne und schlüpfe in eine Rolle“, scherzte Hallschka im Talk mit Moderatorin Kora Blanken. 1996 bekam Hallaschka überraschend die Möglichkeit, eine Fernsehsendung zu moderieren. Es war der Anfang einer Karriere, die ihn über verschiedene Stationen schließlich zu einem der bekanntesten Moderatoren im deutschen Fernsehen führte. ### Hallaschka gibt Berufseinstiegstipps in Osnabrück: „Man muss einfach anfangen“ Doch wie wird – und bleibt – man über einen so langen Zeitraum erfolgreich? Für Hallaschka gehört dazu zunächst Begeisterung für den eigenen Beruf: „Man muss brennen für das, was man tut.“ Vor allem am Anfang müsse man aber eines tun: anfangen. Zu viel Scheu helfe dabei wenig. Gleichzeitig betonte Hallaschka, dass auch er Unterstützung auf seinem Weg hatte. Insbesondere sein Bruder habe ihm den entscheidenden Schubs in Richtung Journalismus gegeben. Berufseinsteigern gab er deshalb mit auf den Weg: „Nehmt euch Ziele vor, seid flexibel für das, was kommt, und geht die Schritte, die sich euch bieten.“ ### Ein Quäntchen Glück gehört auf dem Weg zum Erfolg dazu Dass Karrieren selten vollständig planbar sind, kennt Hallaschka aus eigener Erfahrung. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und ein Quäntchen Glück zu haben, gehöre ebenfalls dazu. Allerdings, so seine Erfahrung, komme dieses Glück eher zu denen, die danach suchten und Chancen auch ergriffen. Eine solche Chance führte ihn schließlich zu „stern TV“. Einmal selbst die Sendung zu moderieren, sei früher ein heimlicher Wunsch gewesen – einer, den er höchstens betrunken oder in besonders mutigen Momenten laut ausgesprochen habe. 2011 wurde dieser Wunsch Wirklichkeit: Hallaschka übernahm die Moderation von Günther Jauch und steht mittlerweile seit mehr als 15 Jahren für das RTL-Magazin vor der Kamera. Sein Weg dorthin sei allerdings Schritt für Schritt entstanden. „Der Anfang muss nicht die Endstation sein“, betonte Hallaschka auf der Jobmesse. Einzelne Entscheidungen könnten neue Möglichkeiten eröffnen, die vorher noch gar nicht sichtbar gewesen seien. Dazu gehöre jedoch auch, die eigenen Grenzen zu kennen und ehrlich zu sich selbst zu sein. „Für mich ist es zum Beispiel Sportjournalismus, da hab ich nichts mit am Hut“, sagte Hallaschka. ### Geld allein macht im Job nicht zufrieden Wie unterschiedlich Menschen auf ihre Arbeit blicken, beschäftigt den Moderator auch in seinen eigenen Sendungen. Auf der Bühne in Osnabrück sprach Hallaschka unter anderem über die Formate „Was verdient Deutschland?“ und „Sterben für Anfänger“ mit Olivia Jones – zwei Projekte, die ihm auch persönlich viel bedeuten. Für „Was verdient Deutschland?“ sprachen Hallaschka und sein Team mit Menschen darüber, wie viel sie verdienen und wie zufrieden sie damit sind. Eine Erkenntnis: Ein besonders hohes Gehalt bedeutet nicht automatisch eine besonders hohe Zufriedenheit. Für Arbeitgeber sieht Hallaschka darin eine wichtige Aufgabe. Gehalt sei zwar ein Faktor, aber eben nicht der einzige, wenn es darum gehe, Beschäftigte langfristig zufrieden zu machen. Gleichzeitig habe das Format ein Thema offengelegt, über das in Deutschland häufig nur ungern gesprochen werde. Durch die Gespräche sei sichtbar geworden, was unterschiedliche Berufsgruppen verdienen, wo Menschen sich massiv unterbezahlt fühlen und welche Rolle neben dem Gehalt auch andere Arbeitsbedingungen spielen. Auch „Sterben für Anfänger“, das Hallaschka gemeinsam mit Olivia Jones präsentierte, habe ihn persönlich bewegt. Durch das Format habe er sich intensiver mit dem Tod auseinandergesetzt. Besonders überrascht habe ihn dabei seine neu entstandene Faszination für den Beruf des Bestatters. ### Junge Menschen bringen neue Vorstellungen von Arbeit mit Auch den Wandel auf dem Arbeitsmarkt beobachtet Hallaschka. Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer könnten mit ihrer Erfahrung punkten, gleichzeitig sieht er deutliche Stärken bei der jüngeren Generation. „Ich bin immer wieder fasziniert von dem Selbstverständnis junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt und ihrem pragmatischen Zugang zu Digitalem. Sie sind schnell, selbstbewusst, wendig, das bringt mich zum Staunen“, sagte Hallaschka. Spannend findet er auch, dass viele jüngere Menschen etablierte Vorstellungen von Arbeit stärker hinterfragen. „Junge Menschen denken Arbeiten zeitlich flexibler bei steigender Produktivität und hinterfragen die bestehenden Arbeitsumstände.“ Damit verändern sich aus seiner Sicht nicht nur die Erwartungen von Beschäftigten, sondern langfristig auch Unternehmen und Arbeitsstrukturen. ### KI-Kompetenz ist schon heute gefragt Ein Thema durfte bei einem Gespräch über die Arbeitswelt der Zukunft kaum fehlen. „Wir können keinen Talk machen und nicht über KI sprechen“, scherzte Blanken. Für Hallaschka ist Künstliche Intelligenz allerdings längst kein reines Zukunftsthema mehr. „KI-Kompetenz ist ein Skill, der in vielen Branchen schon heute nötig ist“, sagte er. Die Technologie verändere den Arbeitsmarkt bereits jetzt – so zu tun, als spreche man ausschließlich über kommende Entwicklungen, werde der Realität nicht gerecht. Gleichzeitig sieht Hallaschka klare Grenzen. Besonders dort, wo Kommunikation und persönliche Beziehungen entscheidend sind, könne KI nicht die erste Wahl sein. Vor seinen „stern TV“-Sendungen spricht Hallaschka deshalb bereits Backstage mit seinen Gästen. Dieses kurze Kennenlernen sei für das spätere Interview von großer Bedeutung: „Diese Gespräche und das kurze Kennenlernen vor der Show sind elementar dafür, ob das Gespräch in der Sendung toppt oder floppt.“ Technologie könne vieles erleichtern – diesen persönlichen Kontakt aber nicht ersetzen. „Da kann eine KI nicht helfen, da geht es um menschliche Interaktion und Kommunikation.“ --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück