# Staatsanwaltschaft plädiert im Fall Fabian auf Mord Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-29T17:46:24+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-29T17:46:24+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/staatsanwaltschaft-plaediert-im-fall-fabian-auf-mord-772265/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Lebenslange Haft für Gina H. gefordert – Indizienkette soll Täterschaft belegen Im Prozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Staatsanwaltschaft Rostock lebenslange Haft für die 30-jährige Angeklagte Gina H. gefordert. Wie der NDR und der Spiegel berichten, plädierte Staatsanwalt Oliver Schley am 33. Verhandlungstag auf Mord und beantragte zudem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Sollte das Gericht dem folgen, wäre eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Gina H. wird vorgeworfen, den Jungen am 10. Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl mit sechs Messerstichen getötet zu haben. Die Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. ## Handy aus, Blutspuren, Leiche gemeldet Nach Ansicht der Anklage gibt es eine eindeutige Indizienkette, die ihre Täterschaft belege. So soll Gina H. in der Nähe des Tatorts gewesen sein, als Fabian verschwunden und vermutlich getötet wurde. Zudem habe sie ihr Handy in diesem Zeitraum ausgeschaltet und später die Leiche bei der Polizei gemeldet, wie der NDR berichtet. Die Staatsanwaltschaft verwies auf widersprüchliche Aussagen der Angeklagten, etwa zu ihrem Aufenthaltsort am Tattag. Auch ein Blutstropfen im Auto von Gina H., der von Fabian stammen soll, sowie Faserspuren einer Reiterhose an Kleidungsresten des Kindes werden als Indizien genannt. ### Kind als Störfaktor in toxischer Beziehung Laut Spiegel soll Gina H. den Jungen als „Störfaktor“ in ihrer Beziehung zu Fabians Vater gesehen haben, den sie bestrafen wollte. Die Beziehung war im August 2025 beendet worden. Ein Psychiater attestierte der Angeklagten im Prozess eine Borderline-Störung sowie psychopathische Persönlichkeitsmerkmale, wie der NDR weiter berichtet. Die Nebenklage, vertreten durch Anwältin Christine Habetha, unterstützt die Forderung nach Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, wie tag24.de schreibt. ### Schlussvorträge vor dem Urteil im November Die Verteidigung hatte im Laufe des Prozesses wiederholt Zweifel an der Beweisführung geäußert. Am Donnerstag und Freitag stehen die Schlussvorträge der Staatsanwaltschaft, der Nebenklage und der Verteidigung an. Das Urteil soll am 10. November verkündet werden. T-Online und tag24.de berichten übereinstimmend, dass die Angeklagte die Vorwürfe weiterhin abstreitet. ### Mörderin googelte nach Wildschwein-Fraß Ein weiterer Punkt in der Indizienkette ist eine Internetrecherche von Gina H. am Morgen nach dem mutmaßlichen Mord. Sie hatte demnach gegoogelt, ob Wildschweine tote Menschen fressen. Fabian lag an einer von Wildschweinen frequentierten Schweinesuhle, wie der NDR und T-Online berichten. Zudem soll sie mit einem Nachbarn ein falsches Alibi abgesprochen haben. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück