# Spritpreise sinken leicht, bleiben auf Rekordniveau Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-21T11:46:22+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-21T11:46:22+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/spritpreise-sinken-leicht-bleiben-auf-rekordniveau-758368/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Tanken wird wieder etwas günstiger, doch die Preise bleiben hoch. Nach den Rekordpreisen der vergangenen Woche sind die Spritpreise am Wochenende leicht gesunken. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, stagnieren die Preise jedoch auf hohem Niveau. Im Bundesdurchschnitt kostete der Liter Super E10 in dieser Woche 2,273 Euro, so viel wie nie zuvor. Diesel lag bei 2,404 Euro, an einzelnen Tankstellen wurden sogar 2,60 Euro verlangt. Die Berliner Zeitung verweist darauf, dass diese Preise real bereits die Hälfte der einst als utopisch geltenden fünf Mark pro Liter aus dem Jahr 1998 erreichen. Damals hatte Bündnis 90/Die Grünen gefordert, der Liter Benzin solle innerhalb von zehn Jahren fünf Mark kosten – eine Forderung, die später zurückgenommen wurde. ## Staat kassiert Milliarden durch Spritsteuern Die aktuellen Preise setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Neben der Energiesteuer, die seit 2003 unverändert bei 65,45 Cent pro Liter Benzin und 47,04 Cent pro Liter Diesel liegt, spielt der CO₂-Preis eine zentrale Rolle. Dieser wurde in diesem Jahr erstmals versteigert und lag bei 65 Euro pro Tonne. Zudem wird auf alle Bestanteile die Umsatzsteuer von 19 Prozent erhoben. Wie die Berliner Zeitung weiter ausführt, hat der Staat durch diese Abgaben in den letzten Jahren deutlich mehr eingenommen. Allein die Umsatzsteuer brachte seit 2025 rund sieben Milliarden Euro zusätzlich ein, ohne dass Gesetze geändert wurden. ### EU-Sanktionen treiben Dieselpreise in die Höhe Ein weiterer Faktor ist der Marktpreis für Kraftstoffe. Trotz der niedrigeren Steuerlast bei Diesel – rund 20 Cent weniger als bei Benzin – liegt der Dieselpreis aktuell bei 2,40 Euro pro Liter. Der ADAC hatte bereits im Sommer 2025 darauf hingewiesen, dass der Dieselpreis „deutlich zu hoch“ sei. Die Berliner Zeitung führt dies unter anderem auf das 19. Sanktionspaket der EU zurück, das seit dem 21. Januar 2026 die Einfuhr von Diesel verbietet, der in Drittstaaten aus russischem Rohöl hergestellt wurde. Dadurch wurde das Angebot künstlich verknappt, was die Preise in die Höhe trieb. ### Energiepreise bremsen deutsche Wirtschaft stark Die Bundesbank hat die Wachstumserwartung für dieses Jahr aufgrund des Energiepreisschocks bereits auf 0,5 Prozent gesenkt und die Inflation auf 2,9 Prozent angehoben. Diese Berechnungen basieren auf Daten vom 27. Mai, also vor dem aktuellen Preissprung. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind damit noch nicht vollständig absehbar, doch die Belastung für Verbraucher und Unternehmen bleibt spürbar. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück