# Spielbank in Osnabrück: Konnten die Arbeitsplätze gesichert werden? Datum: 13.02.2026 00:01 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/spielbank-in-osnabrueck-konnten-die-arbeitsplaetze-gesichert-werden-683492/ --- Als um den Weiterbetrieb der Spielbank in Osnabrück gefürchtet wurde, machte sich auch unter den Mitarbeitern schnell Angst breit. Niemand wusste, wie es weitergehen würde und ob die Jobs wirklich sicher sein würden. Rund 430 Jobs waren bedroht, denn der Weiterbetrieb der Spielbank war nur durch eine Übergangslizenz möglich. Rechtliche Auseinandersetzungen sorgten bis zuletzt für Befürchtungen, dass die erfahrenen Mitarbeiter am Ende doch ohne berufliche Perspektive auf der Straße stehen würden. Die Merkur Group sicherte den Menschen ihre Existenz, denn sie übernahm unter anderem die Spielbank in Osnabrück. Aber was heißt das für die Zukunft? Sind Ängste ab sofort nicht mehr nötig oder gibt es nach wie vor Gefahren für die Existenz von Spielbanken? ## Wie sicher sind Jobs in der Spielbank heute noch? In Spielbanken braucht es Servicepersonal, Croupiers, Reinigungskräfte, gastronomisch erfahrene Mitarbeiter und vieles mehr. Kaum einer der Jobs vor Ort ist maschinell ersetzbar, sodass die Arbeitsplätze eigentlich sicher sein könnten. Trotzdem fühlen sich viele Mitarbeiter nicht rundum sicher, was vor allem an zwei Faktoren liegt. Da ist einerseits die immer weiter wachsende Konkurrenz aus dem Internet. Ein Online Casino ist in Deutschland mittlerweile legal und viele Mitarbeiter fragen sich, wer da noch Interesse an Spielbanken hat. Tatsächlich ist ein Rückgang der Spielotheken in vielen Städten zu beobachten, doch klassische Spielbanken sind hiervon nicht betroffen. Anders als in einer Spielhalle bieten Häuser wie in Osnabrück nicht nur Automatenspiele, sondern auch Tischspiele an. Dieser Unterschied und auch das Flair in Spielbanken zieht das Publikum weiter an. Ein zweiter Sorgenfaktor ist die Regulierung von staatlicher Seite. Nachdem strengere Regeln für den Betrieb von Spielhallen etabliert wurden, mussten etliche Anbieter schließen und konnten nicht wieder eröffnen. Auch hier sind Spielbanken bislang nicht betroffen, weil es sich um staatlich regulierte und seriöse Angebote handelt. Die Standorte werden von Anfang an sorgfältig gewählt, um Probleme bezüglich der Nähe zu Jugendeinrichtungen oder Schulen zu vermeiden. ## Warum die Angst in Osnabrück real war Die Spielbanken in Niedersachsen wurden seit 1995 von der Spielbanken Niedersachsen GmbH (einem ehemals landeseigenen Unternehmen) betrieben. Nach der Privatisierung im Jahr 2005 geriet der Sektor durch regulatorische Änderungen und Konkurrenz zunehmend unter Druck. 2023 startete das Land Niedersachsen ein Ausschreibungsverfahren für die Konzessionen der zehn Standorte, zu denen auch Osnabrück gehört. Der Betrieb sollte für 15 weitere Jahre neu vergeben werden. Die Merkur Group aus Espelkamp gewann im November 2023 mit einem überzeugenden Konzept, bei dem soziale Verantwortung, Qualität und innovative Möglichkeiten im Vordergrund standen. Das Personalkonzept erhielt die Höchstpunktzahl, inklusive Übernahme aller bestehenden Stellen und zusätzlicher Schaffung neuer Jobs. Bis zu diesem Punkt konnten die Mitarbeiter sicher sein, doch der unterlegene Betreiber klagte gegen die Vergabe und es kam zur Übergangslizenz. Die Unsicherheit war geweckt, bis das Verwaltungsgericht die Klage am 6. Februar 2025 zurückwies und damit den Weg für die Übergabe ebnete. ## Verzögerte Übernahme verunsichert Mitarbeiter bis zum Frühjahr 2025 Durch die juristischen Auseinandersetzungen verzögerte sich die Übernahme bis ins Frühjahr 2025. Das niedersächsische Finanzministerium drängte auf die Übergabe, die ehemaligen Betreiber widersetzten sich. Erst durch eine außergerichtliche Einigung im Juni 2025 wurde der Start schließlich für den 1. Juli 2025 festgelegt. Die Merkur Group erwarb alle Geschäftsanteile der SNG und integrierte die Standorte nahtlos ins eigene Portfolio. Aufatmen in Osnabrück, denn in einer der traditionsreichsten Spielbanken mit Fokus auf Roulette, Blackjack und Poker ging es weiter wie gewohnt. Der Standort am Domhof bleibt erhalten und wird mit denselben Teams fortgeführt. ## Merkur sicherte 430 Jobs für Menschen aus Niedersachsen Nach der Übernahme äußerten sich Vertreter von Merkur erleichtert und auch die Mitarbeiter durften aufatmen. Zwar hatte der neue Betreiber schon zuvor betont, einen Betriebsübergang nach § 613a BGBdurchführen zu wollen und dadurch die soziale Verantwortung für die Mitarbeiter zu übernehmen, doch der Rechtsstreit sorgte für Unsicherheit. Schon unmittelbar nach der außergerichtlichen Einigung betonten Vertreter der Merkur Group das Festhalten an den bisherigen Plänen. Die neuen Mitarbeiter wurden herzlich in der Unternehmensgruppe begrüßt und auch die alten Vertragskonditionen konnten bestehen bleiben. Keiner wurde entlassen und niemand musste mit Einschränkungen bei seinen Lohnzahlungen leben. Doch die Pläne der Merkur Group gehen noch weiter. Man möchte in Niedersachsen neue Jobs schaffen, insbesondere in den Bereichen Gastronomie, Marketing und Spielkontrolle. Auf der Website wird für offene Stellen in Osnabrück geworben. Merkur gilt als sicherer und zukunftsorientierter Arbeitgeber mit Investitionsbereitschaft in Integration. Mitarbeiter haben die Chance auf interne Schulungen und Weiterbildungen sowie neue Karrierewege und Aufstiege. ## Aktuelle Herausforderungen durch Tarifstreit und Ausstand Trotz der Sicherung aller Arbeitsplätze kam es im Januar 2026 zu Tarifverhandlungen durch Verdi, bei denen unter anderem eine Lohnerhöhung um sieben Prozent, Urlaubsprämien, bezahlte Pausen und Weihnachtsgeld gefordert wurden. Verdi bezog sich auf die guten Gewinne der Spielbanken, von denen auch Mitarbeiter profitieren sollen. Hinzu kämen laut Verdi ungleiche Bedingungen zwischen Mitarbeitern in der Verwaltung und im Spielsaal selbst. Letztere erhalten laut der Gewerkschaft kein Weihnachtsgeld und andere Annehmlichkeiten, die für das Team auf Verwaltungsebene selbstverständlich sind. Nachdem eine außergerichtliche Einigung nicht möglich war, ruft Verdi im Februar 2026 zum Ausstand der Beschäftigten auf. Wer als Kunde spielen möchte, steht mitunter vor verschlossenen Türen. In Hannover wird mit einer Kundgebung auf die Forderungen hingewiesen. Verdi hält an den Bedingungen fest und fordert weiter eine Lohnerhöhung um sieben Prozent sowie das erwähnte Weihnachts- und Urlaubsgeld plus bezahlte Pausen für alle. Ende Januar näherte man sich an, die Merkur Group unterbreitete ein Angebot. Die Entgeltsteigerung sei laut Verdi aber nach wie vor zu verschieden, um gemeinsam auf einen Nenner zu kommen. Am 12. Februar 2026 sollen die Verhandlungen weitergehen, dann trifft man sich erneut zu einer Debatte und versucht, eine Einigung zu erzielen. Scheitert die Diskussion erneut, muss mit weiteren Streiks und Kundgebungen seitens der Beschäftigten gerechnet werden. In Deutschland gibt es ein Streikrecht, sodass die Osnabrücker Mitarbeiter jetzt nicht mehr um ihre Jobs fürchten müssen. Sie dürfen allerdings darauf hoffen, dass im Tarifstreit endlich eine Einigung erzielt wird und die Bezahlung fairer abgewickelt wird. Insbesondere im Hinblick auf den bislang fehlenden Inflationsausgleich würde damit auch die Attraktivität künftiger Stellenangebote aus Sicht potenzieller Bewerber steigen. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück