Der nordrhein-westfälische SPD-Spitzenkandidat Jochen Ott hat sich gegen eine feste Altersgrenze für den Renteneintritt ausgesprochen und stattdessen eine stärkere Orientierung an der Lebensarbeitszeit gefordert. In einem Podcast-Interview verteidigte er zugleich die Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung und zeigte sich zuversichtlich, dass die Rentenkommission einen breiten Konsensvorschlag erarbeiten wird.
Ott gegen starre Altersgrenze bei der Rente
Der SPD-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen, Jochen Ott, spricht sich gegen eine starre Renten-Altersgrenze aus. Feste Zahlen seien nicht hilfreich, sondern die Lebensarbeitszeit müsse im Mittelpunkt stehen, sagte Ott im Berlin Playbook Podcast des Nachrichtenmagazins Politico.
Mit Blick auf körperlich belastende Berufe warnte Ott vor pauschalen Lösungen. Wenn jemand mit 16 angefangen habe zu arbeiten und jeden Tag auf den Knien den Boden lege, sei das eine andere Ausgangsvoraussetzung, als wenn jemand bis 25 oder 26 studiert habe und dann im Büro gearbeitet habe, sagte er.
Verteidigung der gesetzlichen Rentenversicherung
Zugleich verteidigte Ott die gesetzliche Rentenversicherung gegen Zweifel an ihrer Zukunftsfähigkeit. „Die Rente ist sicher“, sagte er unter Verweis auf das bekannte Versprechen von Norbert Blüm. Die gesetzliche Rente sei „bis heute eines der stabilsten Systeme überhaupt“. Auf die Frage, ob die gesetzliche Rente nur noch eine Basisabsicherung sei, antwortete Ott: „Nein, auf keinen Fall.“ Sie habe Herausforderungen, müsse zukunftsfest gemacht werden, sei aber für viele Menschen lebenssicher.
Erwartungen an Rentenkommission und Einbeziehung weiterer Gruppen
Für die Arbeit der Rentenkommission äußerte sich Ott optimistisch. Er erwarte, dass diese Kommission einen einvernehmlichen Vorschlag mache, sagte er. Ein gemeinsamer Vorschlag könne „Frieden stiften in dieser Gesellschaft“.
Den Vorstoß von SPD-Chefin Bärbel Bas, künftig auch Beamte und Selbstständige in die Rentenversicherung einzubeziehen, verteidigte Ott als langfristiges Projekt. „Ehrlicherweise ist das ein Vorschlag, der weit in die Zukunft denkt, mindestens 30 Jahre“, so Ott.
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