# SPD pocht auf Rentenerhöhung und Zurückweisung von Kürzungsplänen Datum: 07.06.2026 15:49 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/spd-pocht-auf-rentenerhoehung-und-zurueckweisung-von-kuerzungsplaenen-720100/ --- Die SPD hält an der geplanten Rentenerhöhung fest und weist Forderungen der Jungen Union (JU) nach einer geringeren Anpassung zurück. Vertreterinnen und Vertreter von AfD, Grünen und Linksfraktion kritisieren den Vorstoß von JU-Chef Johannes Winkel ebenfalls scharf. Im Kern des Streits steht die Frage, ob Mittel aus der Rentenkasse zur Finanzierung anderer Sozialleistungen umgeschichtet werden sollen. ## SPD lehnt Kürzung der geplanten Rentenerhöhung ab Die SPD sieht keinen Spielraum für Abstriche bei der vorgesehenen Rentenanpassung. Annika Klose, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, sagte der „Welt“ (Montagsausgabe): „Besonders Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen sind auf die gesetzliche Rente angewiesen, um im Ruhestand über die Runden zu kommen.“ Weiter erklärte sie: „Insofern sind wir strikt dagegen, die geplanten Rentenerhöhungen zu streichen.“ Hier die Generationen gegeneinander auszuspielen, sei nicht zielführend, so Klose. Gerecht wäre ihrer Ansicht nach, „wenn wir die Superreichen stärker besteuern würden“. Dann müssten Debatten nach einem geringeren Anstieg der Renten, wie kurz zuvor von JU-Chef Johannes Winkel angestoßen, gar nicht erst geführt werden, sagte sie. Winkel hatte gefordert, den geplanten Anstieg der Rente ab Juli von 4,2 auf drei Prozent zu senken, um das Geld für eine Bafög-Erhöhung oder das Elterngeld verwenden zu können. ### Scharfe Kritik von AfD und Grünen Die AfD zeigte sich „entsetzt“ über Winkels Vorschlag. Ulrike Schielke-Ziesing, rentenpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, erklärte: „Bis jetzt schien Herr Winkel als einer der wenigen Vertreter der Union das Rentensystem verstanden zu haben. Das muss sich über Nacht geändert haben.“ Die Rente sei keine Sozialleistung und Versicherungsbeiträge seien keine Steuermittel. Sich an der Rentenkasse zu vergreifen, um an anderer Stelle Haushaltslöcher zu stopfen, sei nicht fair, sondern ein Offenbarungseid. Jahrzehntelang sei zu viel Geld ausgegeben worden. „Gesundheit, Pflege, Elterngeld, BAföG, Rente, die Hütte brennt überall“, so Schielke-Ziesing. Auch aus der Grünen-Bundestagsfraktion kam deutliche Ablehnung. Andreas Audretsch, Grünen-Fraktionsvize, sagte: „Jeden Tag ein weiterer Angriff auf Menschen in Deutschland.“ Eine ältere Frau an der Armutsgrenze gegen eine Studentin mit wenig Geld auszuspielen, sei zynisch und löse kein Problem. Audretsch wertet den Vorschlag als nicht lösungsorientiert. Statt echte Reformen voranzutreiben, setze die CDU auf Kürzungen und soziale Spaltung – und treffe damit diejenigen, die ohnehin schon wenig haben. ### Linke spricht von „moralischer Bankrotterklärung“ Auch die Linke griff den JU-Chef scharf an. Sarah Vollath, rentenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, sagte: „Glückwunsch an Johannes Winkel. Mit dieser moralischen Bankrotterklärung hat er heute den vorläufigen Tiefpunkt in dem widerlichen Spiel erreicht, welches er seit Monaten spielt.“ Die Zahl der deutschen Millionäre und deren Vermögen wachse, während Millionen Menschen in Armut lebten. Der JU-Chef spiele nun Rentner gegen Studenten und Familien aus. „Um es einmal deutlich zu sagen: Das Geld für die große, dringend benötigte Reform des Rentensystems wäre da – Johannes Winkel ist nur einfach nicht bereit, es über ein gerechtes Steuer- und Abgabensystem bei den Menschen zu holen, für die er Politik macht: bei den Superreichen.“ Die Rentenversicherung müsse zu einer Erwerbstätigenversicherung umgebaut, sowohl Rentenniveau als auch Elterngeld und BAföG dringend erhöht werden und Reichtum umverteilt werden, so Vollath. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück