# SPD plant strengere Erbschaftsteuer und Vermögensteuer für Superreiche Datum: 14.07.2026 09:24 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/spd-plant-strengere-erbschaftsteuer-und-vermoegensteuer-fuer-superreiche-732253/ --- Die SPD drängt auf eine Verschärfung der Erbschaftsteuer und eine stärkere Besteuerung großer Vermögen. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf kündigte bei RTL und ntv an, bestehende Schlupflöcher schließen und hohe Erbschaften sowie Vermögen stärker heranziehen zu wollen. Zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe sollen direkt den Bundesländern zugutekommen. ## SPD nimmt Erbschaft- und Schenkungsteuer ins Visier SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf kritisierte bei RTL und ntv vor allem die bisherigen Ausnahmen in der Schenkungsteuer. „In einigen Bundesländern, zum Beispiel in Bayern, seien die Ausnahmen in der Schenkungsteuer so krass, dass dort in den vergangenen Jahren Milliarden weitergegeben worden seien, ohne einen Cent Steuer zu bezahlen“, sagte Klüssendorf bei RTL und ntv. Er stellte dem die Situation von Geringverdienern gegenüber: „Die Alleinerziehende mit ihrem Kind zahle in Relation zu ihrem Einkommen mehr Steuern.“ Klüssendorf bemängelte laut RTL und ntv, „die heutige Regelung führe dazu, dass die Leute sich vorher arm rechneten“. Ziel der SPD sei es daher, „Schlupflöcher zu schließen“, so Klüssendorf bei RTL und ntv. Man rechne mit „einem einstelligen bis zweistelligen Milliardenbetrag“, der zusätzlich eingenommen werden könne. ### Reformpläne und Unternehmensfreibetrag Klüssendorf kündigte bei RTL und ntv an, man wolle mit dem Koalitionspartner in der zweiten Jahreshälfte über eine Reform der Erbschaftsteuer beraten. „Die zentrale Hürde sei immer die Schonung von Betriebsvermögen gewesen“, sagte Klüssendorf. Gleichzeitig betonte er, man wolle sicherstellen, „dass Arbeitsplätze vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen gesichert werden“. Daher habe die SPD einen Unternehmensfreibetrag von fünf Millionen Euro vorgeschlagen, unter den nach Klüssendorfs Angaben „90 Prozent aller Unternehmen und Firmen in Deutschland fallen würden“. Mit Blick auf die Vermögensverteilung sagte Klüssendorf bei RTL und ntv: „Zwei der reichsten Familien hätten so viel wie die untere Hälfte der Bevölkerung. Das funktioniere nicht mehr.“ Parallel verwies er auf ein Konzept seiner Partei mit deutlich höheren Freibeträgen für kleinere Erbschaften: „Wir haben einen Freibetrag von einer Million Euro vorgeschlagen“, erklärte Klüssendorf bei RTL und ntv. ### Vermögensteuer ab 100 Millionen Euro im Gespräch Der SPD-Generalsekretär führte bei RTL und ntv aus, die Einnahmen aus einer reformierten Erbschafts- und einer wieder eingeführten Vermögensteuer würden direkt in die Länder fließen. „Das Geld stehe sofort für Bildung, Betreuung, Erziehung und Polizei zur Verfügung, also für Aufgaben, die in den Bundesländern und in den Kommunen geleistet werden“, sagte Klüssendorf. Zugleich sprach sich Klüssendorf bei RTL und ntv für eine Wiedereinführung der Vermögensteuer aus. Als mögliche Grenze nannte er „ein Vermögen von 100 Millionen Euro“. Über besonders große Vermögen sagte er: „Die ließen ihr Vermögen für sich arbeiten und erzielten jedes Jahr Renditen.“ Daraus leitete er eine gesellschaftliche Erwartung ab: „Da könne man als Gesellschaft einfordern, dass dort ein Beitrag auch geleistet werde.“ Als konkreten Vorschlag brachte Klüssendorf gegenüber RTL und ntv eine Vermögensteuer von einem Prozent ins Spiel: „Ab einem Vermögen von 100 Millionen Euro hätte man so zweistellige Milliardeneinkünfte. Die könnten die Bundesländer sehr gut gebrauchen.“ --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück