# SPD-Kandidat prangert Benachteiligung Ostdeutschlands bei Energiewende an Datum: 17.07.2026 01:24 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/spd-kandidat-prangert-benachteiligung-ostdeutschlands-bei-energiewende-an-733212/ --- Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann, hat frühere Entscheidungen bei der Energiewende scharf kritisiert und eine strukturelle Benachteiligung Ostdeutschlands beklagt. Fehler beim Netzausbau hätten der Akzeptanz der Energiewende massiv geschadet, während ostdeutsche Regionen lange Zeit besonders hohe Lasten getragen hätten. ## Kritik an Finanzierung des Netzausbaus Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann Nach Darstellung Willingmanns führte diese Praxis insbesondere in den östlichen Bundesländern zu erheblichem Unmut. „Gerade in Ostdeutschland entstand der Eindruck: Hier werden Windparks gebaut, deren Erträge westdeutsche Investoren einstreichen, deren Strom woanders gebraucht wird – und am Ende zahlen wir auch noch mit den Netzentgelten die Zeche, insbesondere für die Bundesländer des Südens, die die Energiewende verbummeln. Das hat der Akzeptanz massiv geschadet“, sagte Willingmann weiter den Funke-Zeitungen. Rückblickend wäre es aus seiner Sicht besser gewesen, den Netzausbau von Anfang an als staatliche Infrastruktur zu finanzieren. ### Regionale Belastungen und neuer Ausgleichsmechanismus Tatsächlich wurden die Kosten für Betrieb und Ausbau der Stromnetze lange Zeit überwiegend über regionale Netzentgelte auf die Stromverbraucher umgelegt. Besonders betroffen waren Bundesländer mit einem starken Ausbau der Wind- und Solarenergie wie Sachsen-Anhalt, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Seit Anfang 2025 werden diese Regionen durch einen bundesweiten Ausgleichsmechanismus teilweise entlastet. Ein Teil der besonders hohen Netzkosten wird seitdem auf alle Stromverbraucher in Deutschland verteilt. ### Verteidigung der Erneuerbaren und Kritik an AfD Zugleich verteidigte Willingmann den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Mit dem in Sachsen-Anhalt eingeführten Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz profitierten Kommunen nach seinen Worten inzwischen unmittelbar von Windkraftanlagen. „Ein Windrad bringt einer Gemeinde rund 27.000 Euro im Jahr. Für viele klamme Kommunen macht das einen echten Unterschied“, sagte der Minister den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Anti-Windkraft-Politik der AfD kritisierte Willingmann scharf. Sie beraube die Kommunen einer sicheren und nachhaltigen Einnahmequelle und negiere, dass es sich um Heimatenergien handele, die der Versorgungssicherheit, vernünftigen Preisen und dem Klimaschutz dienten, so Willingmann, der in Sachsen-Anhalt auch stellvertretender Ministerpräsident ist, gegenüber der Funke-Mediengruppe. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück