# Sozialverband warnt: Wohngeldkürzungen treiben über eine Million in Not Datum: 08.06.2026 01:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/sozialverband-warnt-wohngeldkuerzungen-treiben-ueber-eine-million-in-not-720172/ --- Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen beim Wohngeld scharf kritisiert. Hauptgeschäftsführer Joachim Rock warnt vor wachsender Armut und Existenznot für mehr als eine Million Haushalte, die auf die staatliche Unterstützung angewiesen sind. Die geplante Einsparung von einer Milliarde Euro beim Bundesanteil am Wohngeld entlaste den Staat kaum, treffe die Betroffenen aber massiv. ## Warnung vor wachsender Armut Hauptgeschäftsführer Joachim Rock vom Paritätischen Wohlfahrtsverband missbilligt die Kürzungspläne beim Wohngeld deutlich. Die Vorhaben der Bundesregierung machten ihm „wirklich große Sorgen“, sagte Rock der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Besonders kritisiert er, dass an Stellen gespart werden solle, „wo ohnehin ein großes Armutsrisiko zu beobachten“ sei. Im Fokus steht das Wohngeld, das vielen Menschen mit geringen Löhnen oder kleinen Renten als essenzielle Hilfe zur Finanzierung ihrer Unterkunft dient. Der Sozialexperte verurteilte das Vorhaben als „rein symbolische Haushaltskonsolidierung“, die den Staat nur marginal entlaste, die Betroffenen aber stark belaste. „Die eine Milliarde, die am Bundesanteil gespart werden solle, mache keinen spürbaren Unterschied im Bundeshaushalt. Für über eine Million Haushalte, die auf das Geld angewiesen seien, tue sie das aber sehr wohl“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Menschen, die von Armut bedroht seien, müssten bereits jetzt oft fast die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens für reine Wohnkosten aufbringen. ### Folgen für Grundsicherung und Haushalte Rock hält die Hoffnung, durch die Kürzungen tatsächlich nennenswert sparen zu können, für überzogen. Wenn beim Wohngeld gestrichen werde, fielen zum Beispiel mehr Menschen in die Grundsicherung, „und fast alle Ersparnisse lösten sich in Luft auf“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Nach seiner Einschätzung verschiebe die Kürzung die Ausgaben lediglich in andere Sozialetats, ohne das strukturelle Problem hoher Wohnkosten zu lösen. ### Kritik an Mietmarkt und Wohnungskonzernen Auch der Hinweis auf steigende Kosten fürs Wohngeld überzeugt Rock nicht. „Diese steigenden Kosten seien die Rechnung für eine unterlassene Regulierung des Mietmarktes und direkt auf die rasant steigenden Mieten zurückzuführen“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Eine bessere Möglichkeit zum Geldsparen sei es nach seiner Darstellung, „für niedrigere Mieten zu sorgen“. Rock verweist in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ darauf, dass große Wohnungskonzerne „teilweise 200 Euro pro Wohnung an ihre Aktionäre“ ausschütteten, die zum Teil vom Steuerzahler kämen. Trotzdem sei das Wohngeld aus seiner Sicht wichtig, doch „man nutze die Möglichkeiten nicht, Mieter unmittelbar vor zu hohen Mieten zu schützen“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück