# Sondervermögen kommt bei Planern kaum an Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-20T15:02:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-20T15:02:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/sondervermoegen-kommt-bei-planern-kaum-an-745581/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Gelder aus dem kreditfinanzierten Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität erreichen Ingenieur- und Architekturbüros nur unzureichend. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag mehrerer Verbände hervor, über die der Spiegel berichtet. An der Befragung beteiligten sich bundesweit rund 4.900 Büros. ## Pessimistische Aussichten und Bürokratie als Hauptproblem Die Hälfte der Befragten erwartet, dass der Auftragsbestand in den kommenden sechs Monaten gleich bleibt, 30 Prozent rechnen sogar mit einem Rückgang. "Bislang kommt das Sondervermögen in den Ingenieurbüros nicht an. So wird die Infrastruktur in Deutschland in den kommenden drei Jahren nicht spürbar besser", sagte VBI-Präsident Jörg Thiele. Je rund ein Fünftel der Ingenieure und Architekten bewerten ihre wirtschaftliche Lage als schlecht oder eher schlecht. Fünf Prozent fürchten, ihren Betrieb in den nächsten Monaten schließen zu müssen, weitere 14 Prozent sehen ihre Zukunft als ungewiss. Besonders kritisch schätzen Büros mit weniger als zehn Mitarbeitern ihre Aussichten ein. Der Auftragsbestand der Architekturbüros sank 2025 deutlich gegenüber dem Vorjahr, während er bei Ingenieurbüros stabil blieb. Den Verbänden zufolge liegt das daran, dass Architekten stärker von privaten Bauherren abhängig sind, die Aufträge häufiger stornieren als öffentliche Träger. ### Forderungen nach echten Zusatzinvestitionen CDU/CSU, SPD und Grüne hatten die Verfassung geändert, um ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz zu ermöglichen. Wirtschaftsinstituten zufolge fließen dessen Mittel jedoch nicht immer zusätzlich zu bereits geplanten Ausgaben – teilweise wurden Investitionen aus dem Kernhaushalt dorthin verschoben. Jörg Thiele, VBI-Präsident, sagte: "Wir fordern eine echte Zusätzlichkeit der Mittel, damit endlich mehr Schienen und Straßen saniert werden können". "Dafür müssen anstelle des Verschiebebahnhofs relevante Kürzungen im Kernhaushalt erfolgen." Trotz vereinfachter Planungs- und Genehmigungsverfahren profitieren Architekten und Ingenieure den Verbänden zufolge bisher nicht davon. Laut Umfrage ist die Bürokratie ihr größtes Problem (41 Prozent), dicht gefolgt vom wirtschaftlichen Abschwung (40 Prozent). Auch gestörte Projektabläufe (36 Prozent), unzureichende Vergütung (33 Prozent) und steigende Materialkosten (29 Prozent) belasten die Branche. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück