# So war das Musical „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ in der OsnabrückHalle Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-30T12:02:24+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-30T12:02:24+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/so-war-das-musical-drei-haselnuesse-fuer-aschenbroedel-in-der-osnabrueckhalle-772483/ Kategorie: Aktuell --- Eine gelungene Musicaladaption muss mehr bieten als nostalgische Erinnerungen an einen beliebten Film. „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ schafft diesen Spagat: Die Produktion, die am Mittwochabend (28. Oktober) in der OsnabrückHalle zu sehen war, bewahrt den Zauber der Vorlage und entwickelt zugleich eine eigene musikalische Identität. Besonders die Kompositionen von Thomas Zaufke verleihen dem Märchen eine neue Klangfarbe. ## Musical orientiert sich eng am Film Das Buch (Katrin Lange) orientiert sich eng an der Filmhandlung. Regisseurin Rita Sereinig setzt auf eine unterhaltsame Verbindung aus Romantik und Komik und hält die Geschichte konsequent in Bewegung. Susanne Rietz ergänzt das Geschehen durch eine stimmige Choreografie. Das musikalische Herzstück stammt von Thomas Zaufke. Seine eingängigen, zugleich facettenreichen Melodien geben den Figuren Gelegenheit, Gefühle und Sehnsüchte auszudrücken, und treiben die Handlung wirkungsvoll voran. Die bekannte Filmmelodie von Karel Svoboda bleibt als vertrautes Element erhalten, während Zaufkes eigene Nummern problemlos daneben bestehen. Die Songtexte von Edith Jeske sorgen dabei für inhaltliche Tiefe. ### Starkes Ensemble Melina Niccum überzeugt als Aschenbrödel mit einer gelungenen Mischung aus Verletzlichkeit, Selbstbewusstsein und Entschlossenheit. Paul Aschenwald verleiht dem Prinzen Charme und stimmliche Präsenz. Gemeinsam entwickeln beide eine glaubwürdige Liebesgeschichte. Timna Engelmayer stattet die Stiefmutter mit herrischer Komik und starker Bühnenpräsenz aus, während Ilka Kottkamp als Dorchen mit Spielfreude und pointiertem Humor gefällt. Auch Pascal Giebel, Henk Nagel, Alexander Bambach und Christine Toft ergänzen das Ensemble mit überzeugenden darstellerischen sowie gesanglichen Leistungen – und mit Leander Bertholdt steht zudem ein talentierter Darsteller auf der Bühne, der seine Musicalausbildung am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück absolvierte. ### Auch optisch gelungen Das Bühnenbild von Walter Vogelweider ist bewusst auf die Anforderungen einer Tournee zugeschnitten. Mit überschaubaren Mitteln entstehen unterschiedliche Schauplätze, ohne den Erzählfluss durch große Umbauten aufzuhalten. Einen weiteren Gewinn bringt das Lichtdesign von Michael Grundner, das mit gezielten Stimmungen die Kulissen atmosphärisch aufwertet. Auch Julia Pschedezkis Kostüme überzeugen durch Qualität und Detailreichtum. Besonders beim Ball im zweiten Akt entfalten sie ihre ganze Pracht. Am Ende gibt es verdient lang anhaltenden Applaus und Jubel in der nicht ganz ausverkauften, aber sowohl im Parkett als auch auf dem Balkon sehr gut gefüllten OsnabrückHalle. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück