# So baut das Marienhospital Osnabrück seine Kompetenz für Schwerverletzte deutlich aus Datum: 25.03.2026 08:00 Kategorie: Innenstadt URL: https://hasepost.de/so-baut-das-marienhospital-osnabrueck-seine-kompetenz-fuer-schwerverletzte-deutlich-aus-695246/ --- Durch die enge Kooperation mit der Fachklinik Hornheide in Münster konnte in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Marienhospital Osnabrück eine Sektion für Plastische Chirurgie und Orthoplastische Chirurgie gegründet werden. Dadurch entsteht innerhalb der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, welche von Prof. Dr. med. Steffen Roßlenbroich geleitet wird, ein bedeutendes Alleinstellungsmerkmal in der Region Osnabrück, welches gleichzeitig Modellcharakter in der Versorgung für Schwerverletzte für andere Kliniken hat. ## Kooperation soll effizientere Versorgung schaffen Auch wenn die Entwicklung in der Chirurgie immer mehr von der Spezialisierung auf einzelne Fachbereiche geprägt wird, müssen weiterhin Strukturen geschaffen werden, die die Ganzheitlichkeit in der Versorgung von Schwerverletzten nicht vergessen. Aus diesem Grund entsteht nun eine Kooperation zwischen MHO und der Fachklinik Hornheide in Münster, welche unter der Leitung von Prof. Dr. med. Tobias Hirsch über eine herausragende Expertise in der plastischen Chirurgie besitzt. Diese Expertise wird jetzt am MHO genutzt, um die Versorgung von Schwerverletzten, insbesondere derer, die komplexe Rekonstruktionen wie Lappenplastiken benötigen, von der Diagnose über die Operation bis zur Nachsorge effizienter gestalten zu können. ### Infrastruktur zur Versorgung von Schwerverletzten wird in Osnabrück gesichert Die Koordination der Sektion übernimmt Priv.-Doz. Dr. med. Sascha Wellenbrock, welcher bereits Oberarzt an der Fachklinik Hornheide sowie am Universitätsklinikum Münster ist. Wellenbrock erklärt dabei, wie wichtig die interdisziplinäre Arbeit und problemorientierte Ausrichtung innerhalb der plastischen Chirurgie sei, da die Medizin nicht innerhalb der starren Kasten der einzelne Fachbereiche bleiben dürfe. Für Dr. med. Wellenbrock wurde dabei eine neue Vollzeitstelle geschaffen, die aber nicht nur die Erweiterung des MHO um einen Oberarzt bedeute, sondern den Gewinn der Expertise der gesamten Fachklinik Hornheide in Münster einschließe, so Dr. Bernd Runde, Geschäftsführer des MHO. So wird die Infrastruktur in Osnabrück geschaffen, in Notfallsituation die Versorgung von Schwerverletzten gewährleisten zu können. „Es gibt nun sehr gute Austauschwege, die im Krisenfall in beide Richtungen genutzt werden können“, betont Prof. Dr. med. Hirsch. ### Zusammenarbeit rettet immer wieder Leben Beispielhaft lässt sich dabei die Versorgung einer jungen Krankenschwester anführen, die durch einen schweren Verkehrsunfall eine so schwere Verletzung des Unterarms erlitt, dass dieser fast abgetrennt war. Durch die Zusammenarbeit von Unfallchirurgie und Plastischer Chirurgie konnte die Amputation des Armes durch eine aufwendige Replantation und die Rekonstruktion der verlorenen Haut durch eine Lappenplastik verhindert werden. Somit konnte nicht nur die Lebensqualität der Frau sichtlich verbessert werden, sondern auch die Berufsfähigkeit verhindert werden. Gerade in der Motorradsaison oder auch zu Sylvester kommt es immer wieder zu Verletzungen, die diese Zusammenarbeit von Unfallchirurgie und Plastischer Chirurgie benötigen. ### Auch in Krisenzeiten muss Versorgung gewährleistet sein Erfahrungen aus Großbritannien zeigen beispielsweise, dass bei einer früheren Behandlung aus der plastischen Chirurgie weniger Komplikationen auftreten. Dies ist erkennbar an kürzeren Liegezeiten der Patientinnen und Patienten, an einer sinkenden Notwendigkeit von operativen Eingriffen und einen früheren Wundverschluss. Dies konnte auch in Münster bereits durch die Zusammenarbeit von Hirsch und Roßlenbroich insbesondere bei der Behandlung von ukrainischen Kriegsverletzten unter Beweis gestellt werden. Daher ist Roßlenbroich besonders erfreut, diese Zusammenarbeit nun am MHO weiterführen zu können. „Die enge Verzahnung von Unfallchirurgie und Plastischer Chirurgie ist ein zentraler Baustein, um die Versorgung von Schwerverletzten weiter zu verbessern und das Gesundheitssystem auch im Hinblick auf zivile und militärische Krisenszenarien resilient aufzustellen“, betont Prof. Dr. Roßlenbroich. ### Es entstehen Vorteile für Patienten und Ärzte gleichermaßen Bisher wurden Patientinnen und Patienten aus der Region Osnabrück nach umfänglicher unfallchirurgischer Behandlung umverlegt, wenn eine Expertise aus der Plastischen Chirurgie notwendig war. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Plastischer Chirurgie und Unfallchirurgie kann nun eine verzahnte Teamarbeit stattfinden, die nicht nur die Versorgung der Patientinnen und Patienten aus der Region Osnabrück verbessert, sondern auch die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte. „Auch für uns Ärzte ist diese Zusammenarbeit in gewisser Weiße ein mentaler Gamechanger, da wir uns bei jeder Behandlung unabhängig des Resultats versichern können, dass wir das Bestmögliche für den Patienten geleistet haben“, so Roßlenbroich. ### Versorgungslücke in Osnabrück soll geschlossen werden Durch die neue Kooperation am MHO kann nun eine Versorgungslücke in der Region Osnabrück ausgebaut werden, die weitreichende Folgen für die gesamte Region Niedersachsen haben wird. Dies werde nun auch der Verantwortung einer Großstadt wie Osnabrück gerecht, so Roßlenbroich. „Für unsere Patienten bedeutet dies oftmals kürzere Wege und insbesondere eine Behandlung aus einer Hand“, betont Dr. Bernd Runde: „Wir sind insofern dankbar, dass dieses innovative bundeslandübergreifende Konzept möglich geworden ist.“ Auch Die Infrastruktur innerhalb Osnabrücks mit dem CKO und dem Klinikum Osnabrück zeigt durch eine enge Zusammenarbeit bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten das große Potenzial Osnabrücks für die Zukunft einer interdisziplinären, medizinischen Versorgung. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück