# Signal-Chefin räumt Fehler ein und kündigt Phishing-Schutz an Datum: 08.05.2026 11:29 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/signal-chefin-raeumt-fehler-ein-und-kuendigt-phishing-schutz-an-710495/ --- Die Chefin des Messengerdienstes Signal, Meredith Whittaker, hat Fehler im Umgang mit der jüngsten Phishing-Attacke auf Nutzer der App eingeräumt, zugleich aber die grundsätzliche Sicherheit des Dienstes verteidigt. Signal sei nicht gehackt worden, die Verschlüsselung bleibe „robust“, betonte sie im Gespräch mit dem „Spiegel“. ## Fehler eingeräumt, Sicherheit betont Signal-Chefin Meredith Whittaker sagte dem „Spiegel“: „Rückblickend gibt es eine Reihe von Dingen, die wir anders hätten machen können.“ Zugleich bekräftigte sie, der Dienst sei nicht gehackt worden. Signal sei weiterhin sicher, die Verschlüsselung bleibe „robust“, so Whittaker laut „Spiegel“. Der „Spiegel“ hatte zuvor enthüllt, dass über sogenanntes Phishing gezielt Signal-Nutzer angegriffen und deren Konten kompromittiert worden waren, darunter Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sowie die Kabinettsmitglieder Verena Hubertz (SPD) und Karin Prien (CDU). Zugeschrieben wird die noch laufende Kampagne Russland, berichtete der „Spiegel“. ### Geplante Änderungen und Kritik an Krisenkommunikation Als Konsequenz kündigte Whittaker laut „Spiegel“ Neuerungen in der App an. So sollen beim Empfang von Nachrichten unbekannter Absender künftig zusätzliche Warnhinweise erscheinen. Das Annehmen neuer Kontakte soll demnach nicht mehr mit einem einzigen Klick möglich sein. Weitere Änderungen seien in Arbeit, sagte sie dem „Spiegel“. Whittaker reagierte auch auf Kritik an der Krisenkommunikation des Messengers. Manche hätten eine späte erste öffentliche Stellungnahme im März als Versuch empfunden, die Schuld allein den Betroffenen zuzuweisen, berichtete der „Spiegel“. „Wenn das so sei, müsse sie sich dafür entschuldigen, das sei ‚ganz sicher nicht unsere Absicht‘ gewesen“, so Whittaker wörtlich laut „Spiegel“. Der Angriff habe ganz klar auf das Verhalten der Nutzer gezielt. Dennoch sei das natürlich kein Versagen einzelner Menschen, zitierte der „Spiegel“ die Signal-Chefin. Über den Spott, der den betroffenen Politikerinnen in sozialen Netzwerken entgegenschlug, zeigte sie sich nach Angaben des „Spiegel“ enttäuscht, aber nicht überrascht. Sie nehme in Teilen der Tech-Szene durchaus eine „gewisse Arroganz“ wahr, die „nicht nett“ sei, sagte Whittaker dem Magazin. ### Finanzierung, Verantwortung und Debatte um ein Verbot Die Präsidentin der Non-Profit-Organisation, die Signal betreibt, mahnte im „Spiegel“ eine bessere Finanzierung an. Die App lebe von Spenden und werde von Politikern, Wirtschaftsbossen und Journalisten weltweit für vertrauliche Kommunikation genutzt. Rüstungs-Start-ups wie Helsing bekämen für ihre Versprechungen Milliarden, kritisierte Whittaker laut „Spiegel“. Man betreibe mit Signal eine „schon funktionierende kritische Infrastruktur“ und werde nicht entsprechend unterstützt. Das halte sie für ein krasses Missverhältnis, zitierte der „Spiegel“ weiter. Indirekt appellierte Whittaker im „Spiegel“ auch an Deutschlands Verantwortung. Wer Signal so intensiv nutze, wie offenbar Nato-Vertreter oder die Bundesregierung, könne darüber nachdenken, wie er beitragen könne, sagte sie dem Magazin. Zu dem Vorstoß von Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz, ein Verbot von Signal auf Bundesebene zu erwägen, erklärte Whittaker laut „Spiegel“, sie verstehe die Verbotsidee nicht. Alle Plattformen dieser Größenordnung seien anfällig. Das Problem werde abwandernden Nutzern auf sämtliche andere Dienste folgen, und viele davon seien „per se erheblich unsicherer“ als Signal, sagte sie dem „Spiegel“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück