# Schwesig lehnt Abschaffung der 45-Jahre-Rente ab Datum: 10.08.2026 11:32 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/schwesig-lehnt-abschaffung-der-45-jahre-rente-ab-741442/ --- Manuela Schwesig (SPD) wirft der Bundesregierung vor, deren Rentenpläne führten zu einer faktischen Kürzung für Langzeitbeitragszahler. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern lehnt die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren ab und fordert eine sachliche Debatte über die Folgen. ## Kritik an Lebenserwartung als Maßstab Die Rentenpläne der Bundesregierung bedeuteten, dass "diejenigen, die trotzdem nach 45 Jahren in die wohlverdiente Rente gehen, durch die Abschläge de facto weniger Rente bekommen", sagte Schwesig dem Nachrichtenportal T-Online. Bei einer durchschnittlichen Rente von 1.300 Euro in Ostdeutschland "kann und werde ich als Ministerpräsidentin in meinem Bundesland eine faktische Rentenkürzung nicht mitmachen". Den Menschen im Wahlkampf sage sie, dass sie ganz klar gegen die Abschaffung sei und "alles dafür tue, das zu verhindern". Ihre Kritik an der Ausrichtung der Rente an der Lebenserwartung begründet Schwesig mit der sinkenden durchschnittlichen Lebenserwartung in Ostdeutschland. Den Vorschlag von Ökonomen, die Rente an Beitragsjahren auszurichten, hält sie für gerechter. Da Menschen im Schnitt 37 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, müsse die Bundesregierung überlegen, wie der Übergang auf 45 Jahre gelingen könne. Gleichzeitig dürfe man diejenigen nicht bestrafen, die am längsten arbeiten und einzahlen. ### Ablehnung der Kommissionsempfehlungen Den Aufruf von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), die Empfehlungen der Rentenkommission unverändert ins Gesetz zu übernehmen, lehnte Schwesig ab. Stattdessen riet sie, vor einer Reform mit den Ländern zu sprechen. Was die Kommission vorschlage, sei das eine. Am Ende müssten Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat die Entscheidung treffen. Für sie bleibe es dabei: Es müsse einen Unterschied machen, ob jemand mit 16 oder mit 26 Jahren zu arbeiten beginne. Die Kritik, ihr Widerstand nehme der Rentenreform den finanziellen Spielraum und gefährde das Projekt, wies Schwesig zurück. Das sei eine Drohkulisse, mit der eine berechtigte Frage abgetan werden solle. Sie erwarte eine sachliche Diskussion über die Folgen der Reform. Wenn man ausgerechnet denen den Anreiz nehme, die 45 Jahre arbeiten und einzahlen, könne das sogar kontraproduktiv sein. Für sie sei es eine Frage der Gerechtigkeit, dass diejenigen, die am längsten arbeiten und am längsten einzahlen, auch am ehesten in Rente gehen dürfen. Mit Blick auf einen möglichen Kompromiss sagte Schwesig, sie warte nun auf gemeinsame Gespräche zwischen Bund und Ländern, um die Folgen der Vorschläge genau zu prüfen. Das sei bei wichtigen Gesetzen üblich. Am besten wäre es, die Rente nach 45 Jahren bliebe erhalten. Klar sei: Die Härtefallregelung, die darauf abzielt, dass Menschen erst krank werden müssen, um vorzeitig in Rente gehen zu können, sei für sie kein Kompromiss. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück