# Schwesig fordert Vorab-Gespräche zur Rentenreform Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-03T17:42:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-03T17:42:12+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/schwesig-fordert-vorab-gespraeche-zur-rentenreform-738945/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Manuela Schwesig (SPD) verlangt von der Bundesregierung Vorab-Gespräche zur geplanten Rentenreform. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern betont die besondere Sensibilität in Ostdeutschland. Ein Gesetzgebungspaket ist für den Herbst angekündigt. ## Forderung nach frühzeitiger Einbindung der Länder Schwesig sagte dem Sender "Welt" am Montag: "Es ist ja so, dass erst mal das Gesetzgebungspaket erarbeitet werden muss. Das ist für den Herbst angekündigt". "Ich rate dazu, vorher schon die Gespräche zu führen, auch mit den Bundesländern, mit den Ministerpräsidenten." Große Reformen könnten nur gemeinsam gelingen, so die Ministerpräsidentin. Es sei Aufgabe der Länder, die Menschen und ihre Alltagssituation zu vertreten. Besonders betroffen sei eine Generation, die in Ostdeutschland nach der Wende viel aufgebaut habe. ### Kein Ost-West-Konflikt, aber besondere Sensibilität Bei allen Verweisen auf die mutmaßlich besondere Situation im Osten sieht Schwesig kein Aufflammen des "Ost-gegen-West"-Konflikts. Es stimme nicht, "dass es jetzt Ost gegen West geht", sondern "dass bei dem Rententhema Ostdeutschland sensibler ist". Im Osten habe die Mehrheit nur die gesetzliche Rente und keine Rücklagen für Kürzungen. SPD-Vize Anke Rehlinger aus dem Saarland unterstütze ihre Position, so Schwesig. Auch in der Bundes-SPD habe sie „viel Unterstützung“ erhalten: „Deshalb glaube ich, diese Debatte, die ist jetzt nicht nur Ost-West, SPD-CDU, sondern es muss um die Sache gehen. Es muss um die Menschen gehen.“ Parteiübergreifend werde Kritik geäußert, betonte Schwesig: „Deshalb sieht man ja auch, dass parteiübergreifend sowohl die Kollegen der CDU als auch wir, Dietmar Woidke und ich der SPD, aber auch zum Beispiel Anke Rehlinger aus dem Saarland, diese Kritik äußern.“ Dass das Festhalten an der Rente mit 63 die Finanzierung der Reform gefährde, hält sie für übertrieben: "Das halte ich für total übertrieben, und das ist auch kein sachliches Argument." Stattdessen setze sie auf Leistungsanreize. Wer früh anfange zu arbeiten und lange einzahle, solle nicht benachteiligt werden. Es sei nicht in Ordnung, wenn "jetzt mit der Keule gedroht wird nach dem Motto: wenn man einen Punkt kritisiert, dann fällt gleich alles zusammen". Eine Härtefallregelung für Schichtarbeiter lehnt Schwesig ab: "Das reicht mir nicht aus. Ich bin ganz klar dafür, dass wir für Versicherte, die viele Jahre gearbeitet haben, mindestens diese 45 Jahre eine Lösung finden." Sie plädiere dafür, stärker auf die Beitragsdauer und nicht nur auf die Lebenserwartung zu achten. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück