# Schulze will über Konsequenzen beraten Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-07T07:17:06+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-07T07:17:06+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/schulze-will-ueber-konsequenzen-beraten-752591/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- AfD verpasst absolute Mehrheit, CDU verliert stark. Schulze will über Konsequenzen beraten. Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit deutlichem Abstand gewonnen, verpasst aber die absolute Mehrheit. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis kommt die Partei auf 43,8 Prozent der Stimmen, wie die Welt und newstime.joyn.de berichten. Damit verdoppelt sie ihr Ergebnis von 2021. Die CDU stürzt dagegen auf 17,2 Prozent ab und verliert damit mehr als die Hälfte ihrer Wählerstimmen im Vergleich zur vorherigen Wahl. Ministerpräsident Sven Schulze, der im eigenen Wahlkreis Magdeburg III gegen den AfD-Kandidaten Christian Mertens unterlag, kündigte an, am Montag mit dem Parteivorstand über mögliche Konsequenzen zu beraten. Aus den eigenen Reihen gibt es bereits Rücktrittsforderungen, wie newstime.joyn.de meldet. Die frühere Bildungsministerin Eva Feußner und die Junge Union Sachsen-Anhalt fordern seinen Rückzug sowie eine Neuwahl des gesamten CDU-Landesvorstands. ## AfD droht mit Neuwahlen und 50-Prozent-Sieg Die AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund und Alice Weidel betonen, einen klaren Regierungsauftrag erhalten zu haben. Siegmund schloss im ZDF Kompromisse für eine Koalition aus und bezeichnete das Angebot des BSW für einen überparteilichen Ministerpräsidenten als „Gewurschtel“. Sollte keine Regierungsbildung gelingen, hält er Neuwahlen für möglich, bei denen die AfD dann „50 oder 55 Prozent“ erreichen könnte, wie die Welt zitiert. Das BSW, das mit 5,0 bis 5,1 Prozent erstmals in den Landtag einzieht, will mit allen Parteien sprechen – auch mit der AfD – schließt aber eine Unterstützung für Schulze oder Siegmund als Ministerpräsidenten aus. ### Gedenkstätten warnen vor AfD-Regierungsmacht Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora warnte unterdessen vor den Folgen einer möglichen AfD-Regierung. Erstmals seit 1945 könnte eine rechtsextreme Partei Regierungsverantwortung übernehmen, erklärte die Stiftung laut tagesschau.de. Sie fürchtet, dass die AfD ihre geschichtspolitischen Ziele mit staatlichen Mitteln durchsetzen könnte. Die Stiftung forderte Bund und Länder auf, Gedenkstätten und Einrichtungen der historisch-politischen Bildung rechtlich abzusichern, um deren Unabhängigkeit und Finanzierung zu schützen. Die AfD plant im Fall einer Regierungsübernahme unter anderem, von geförderten Vereinen ein „glaubhaftes Bekenntnis“ zu einer „patriotischen Grundhaltung“ zu verlangen. ### Höchste Wahlbeteiligung seit 1990 – CDU ohne Mehrheit Die Wahlbeteiligung lag bei 77,8 Prozent und war damit so hoch wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Die CDU, die bisher mit SPD und FDP regierte, hat keine Mehrheit mehr. Eine Regierung ohne AfD wäre nur mit einem breiten Bündnis mehrerer Parteien möglich, doch die CDU lehnt eine Zusammenarbeit sowohl mit der AfD als auch mit der Linken ab. Die SPD und die Grünen kommen jeweils auf acht Mandate, die Linke ebenfalls. Die FDP scheiterte mit 2,6 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde, wie newstime.joyn.de berichtet. ### Parteispitzen beraten über AfD-Wahlergebnis Bundeskanzler Friedrich Merz und CDU-Chef Schulze wollen am Montag gemeinsam vor die Presse treten, um über die Konsequenzen aus dem Wahlergebnis zu sprechen. Auch andere Parteispitzen wie SPD-Chef Lars Klingbeil und Grünen-Chef Felix Banaszak haben Pressekonferenzen angekündigt. Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla werden ebenfalls Stellung beziehen. In mehreren Städten wie Frankfurt am Main, Berlin und Mainz gab es am Wahlabend Demonstrationen gegen die AfD, bei denen unter anderem ein Verbotsverfahren gefordert wurde. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück