Die Betrugsmasche ist bekannt – und dennoch gelingt es den Tätern immer wieder: Mit erfundenen Notlagen, großem psychischen Druck und Gesprächen in russischer Sprache haben Unbekannte im Raum Osnabrück erneut hohe Bargeldsummen von älteren Menschen erbeutet. Zwei sogenannten Schockanrufe innerhalb weniger Stunden beschäftigen jetzt die Polizei.
Falscher Unfall, echte Geldübergabe in Hilter
Eine 75-jährige Frau aus Hilter wurde nach bisherigen Ermittlungen am Freitag (12. Juni) gegen 13:00 Uhr telefonisch kontaktiert. Mehrere Personen hätten ihr am Telefon – ausschließlich auf Russisch – eindringlich geschildert, dass ihre Nichte einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe. Dabei sei angeblich eine schwangere Frau angefahren worden. Um Schadensersatzforderungen des Vaters der Schwangeren zu begleichen, müsse kurzfristig Geld übergeben werden.
Die Seniorin glaubte den Schilderungen. Gegen 14:00 Uhr erschien ein Mann an ihrer Wohnadresse an der Straße Auf dem Beiken. Dort übergab sie ihm einen Umschlag mit einem fünfstelligen Bargeldbetrag. Der mutmaßliche Abholer wird als etwa 30 Jahre alt beschrieben. Er soll einen schwarzen Vollbart getragen haben, komplett schwarz gekleidet gewesen sein – unter anderem mit Kapuzenjacke – und akzentfrei Russisch gesprochen haben.
In Osnabrück: Tochter angeblich tot
Nur wenige Stunden später wurde eine 85-jährige Frau in Osnabrück Opfer einer ähnlichen Masche. Nach ihren Angaben erhielt sie gegen 17:15 Uhr einen Anruf von einem Mann, der ihr auf Russisch mitteilte, ihre Tochter sei bei einem Unfall ums Leben gekommen. Auch hier wurde im weiteren Gespräch eine Geldübergabe gefordert. Etwa eine Stunde später erschien ein Mann bei ihr in der Straße An der Katharinenburg. Die Seniorin übergab zunächst einen fünfstelligen Bargeldbetrag – kurze Zeit später nochmals dieselbe Summe. Der Mann wird als etwa 30 Jahre alt beschrieben, mit schwarzen Haaren und Bart. Er trug ein graues Shirt sowie eine graue Cap und hatte ein südländisches Erscheinungsbild.
Polizei bittet um Hinweise
Die Ermittler gehen Hinweisen zu den Tätern nach und bitten nun die Bevölkerung um Unterstützung. Wer Beobachtungen zu den beschriebenen Personen, verdächtigen Fahrzeugen oder den Taten gemacht hat, wird gebeten, sich bei der Polizei unter den Telefonnummern 0541/327-3303 oder 0541/327-2115 zu melden.
Die Polizei weist erneut darauf hin: Behörden oder Angehörige fordern niemals am Telefon Bargeld oder Wertgegenstände. Bei entsprechenden Anrufen sollte sofort aufgelegt und vertrauten Personen oder der Polizei Bescheid gegeben werden.
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