# Sachsen-Anhalt: Neuwahlen nach Landtagswahl möglich Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-09T06:46:47+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-09T06:46:47+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/sachsen-anhalt-neuwahlen-nach-landtagswahl-moeglich-753406/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Landesverfassung sieht drei Szenarien für vorzeitige Auflösung vor Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte es zu vorzeitigen Neuwahlen kommen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund brachte diese Option ins Spiel, wie der MDR berichtet. Die Landesverfassung regelt das Prozedere für den Fall, dass die Wahl des Ministerpräsidenten in den ersten beiden Wahlgängen scheitert. In diesem Fall kann der Landtag entweder einen dritten Wahlgang ansetzen oder sich selbst auflösen, um Neuwahlen durchzuführen. ## Mehrheit entscheidet über Landtagsauflösung Für die Auflösung wäre eine Mehrheit von mehr als der Hälfte der Abgeordneten erforderlich. Sollte diese nicht zustande kommen, gibt es weitere Wege zu Neuwahlen, allerdings mit höheren Hürden. So könnte der Landtag frühestens sechs Monate nach Beginn der Wahlperiode mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit die Selbstauflösung beschließen, wie Daniel Hellmann vom Institut für Parlamentarismusforschung in Berlin erklärt. ### Neuwahlen nur mit hohen Hürden möglich Ein Antrag müsste dabei von einem Viertel der Landtagsmitglieder gestellt werden. Eine dritte Möglichkeit für Neuwahlen besteht, wenn ein gewählter Ministerpräsident die Vertrauensfrage stellt und diese scheitert. In diesem Fall könnte er beim Landtagspräsidenten die Auflösung des Landtags beantragen. ### Neuwahlen in Sachsen-Anhalt unwahrscheinlich Michael Kolkmann von der Martin-Luther-Universität Halle hält dieses Szenario jedoch für wenig realistisch, da ein neu gewählter Ministerpräsident in der Regel über eine Mehrheit im Parlament verfüge. Historische Beispiele für Neuwahlen kurz nach einer Wahl gibt es, etwa in Hamburg 1982, als keine Regierungskoalition zustande kam. In Sachsen-Anhalt wäre für Neuwahlen jedoch in jedem Fall ein breiter Konsens zwischen mehreren Parteien nötig, da keine Partei allein die Auflösung des Landtags herbeiführen kann. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück