# Sachsen-Anhalt droht drastische Verschärfung des Hausärztemangels Datum: 24.06.2026 12:59 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/sachsen-anhalt-droht-drastische-verschaerfung-des-hausaerztemangels-725420/ --- Sachsen-Anhalt droht eine deutliche Verschärfung des bereits bestehenden Ärztemangels. Besonders betroffen sind Hausarztpraxen, in denen zahlreiche Mediziner kurz vor dem Ruhestand stehen oder ein sehr hohes Alter erreicht haben. Fachleute warnen, dass ohne rechtzeitige Nachbesetzung vieler Stellen eine landesweite Unterversorgung drohen könnte. ## Viele Hausärzte kurz vor oder über dem Rentenalter In Sachsen-Anhalt steht eine womöglich massive Verschärfung des Ärztemangels bevor. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in Magdeburg. Bei den Hausärzten seien fast 200 Ärzte über 65 Jahre alt, sagte KV-Vertreter Michael Borrmann dem Magazin. Einige seien sogar 85 Jahre alt oder noch älter. Wenn diese Hausärzte auch noch ohne Nachfolger in Rente gehen sollten, drohe Unterversorgung wohl bald landesweit, warnte Borrmann: „Das wäre dann ein echtes Problem.“ Dramatisch ist die Lage nach Angaben der KV schon heute. Laut Borrmann sind mehr als 170 Hausarztstellen in Sachsen-Anhalt unbesetzt. In vier Jahren werden landesweit mehr als 300 Mediziner fehlen, der Kassenärztlichen Vereinigung zufolge könnte sich die Zahl der vakanten Stellen dann auf mehr als 500 erhöhen. ### Überalterung der Ärzteschaft Derzeit ist mehr als die Hälfte der rund 14.400 Ärzte in Sachsen-Anhalt älter als 50 Jahre. Die Zahl der Mediziner unter 30 hingegen ist mit 887 vergleichsweise gering. Diese Altersverteilung verstärkt die Sorgen der Kassenärztlichen Vereinigung und der von ihr zitierten Experten, dass in naher Zukunft zahlreiche Praxen aus Altersgründen schließen könnten, ohne dass sich Nachfolger finden. ### Regionale Engpässe in der Altmark Besonders besorgniserregend ist die Lage den Angaben zufolge in der dünn besiedelten Altmark im Norden des Bundeslandes. Dort mangelt es in einigen Regionen schon heute an Fachleuten für Allgemeinmedizin, Dermatologie, Augen- und Nervenheilkunde sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück