Der VfL Osnabrück hat am Samstagnachmittag an der Bremer Brücke einen 2:1-Heimsieg gegen den SC Verl gefeiert. Joker Bernd Riesselmann erzielte in der fünften Minute der Nachspielzeit den umjubelten Siegtreffer und sicherte den Lila-Weißen einen ganz späten Heimdreier. Die direkte Aufstiegsentscheidung wurde am Sonntag dennoch vertagt: Verfolger Energie Cottbus gewann beim 2:0 in Köln und hält das Aufstiegsrennen in der 3. Liga damit weiter offen.
Im Vergleich zum 1:0-Erfolg in Ingolstadt veränderte Trainer Timo Schultz seine Startelf auf zwei Positionen. Karademir rückte für Janotta in die Anfangsformation, der nach seiner Gelbsperre wieder einsatzberechtigte Frederik Christensen ersetzte Lesueur. Vor 14.842 Zuschauern hatte Schultz vor dem Spiel bei „MagentaSport“ angekündigt, „den Run zu Hause fortsetzen“ zu wollen – einfach wurde das nicht.
Müller-Eigentor schockt den VfL – Jacobsen antwortet nach Wiederanpfiff
Die ersten Minuten verliefen zerfahren, beide Teams suchten zunächst Sicherheit. Die erste echte Gelegenheit gehörte dem VfL: Wiemann setzte Robin Meißner mit einem feinen Vertikalpass in Szene, doch Verls Schlussmann Schulze parierte den Schuss aus halbrechter Position stark (25.). Nur zwei Minuten später schockte ein Eigentor die Hausherren. Fridolin Wagner leistete sich im Spielaufbau einen kapitalen Schnitzer und spielte den Ball direkt in den Lauf von Taz. Dessen Abschluss aus halbrechter Position wurde von Kapitän Jannik Müller unhaltbar abgefälscht – 0:1 (27.). Bis zur Pause fand Osnabrück trotz lautstarker Unterstützung kaum Mittel gegen die kompakt stehenden Gäste.
Der zweite Durchgang begann nach Maß für die Lila-Weißen. Mit dem ersten Vorstoß nach Wiederanpfiff schlugen sie zurück: Eine Christensen-Flanke von der linken Seite verwertete Bjarke Jacobsen im Zentrum mit einem Kopfball zum 1:1 (46.). Verl ließ sich davon zunächst nicht aus dem Konzept bringen. Trainer Tobias Strobl reagierte in der 52. Minute mit einem Dreifach-Wechsel und brachte mit Arweiler, Besio und Otto neue Offensivkräfte. Wörner hatte umgehend die große Chance zur erneuten Führung, scheiterte aber am stark herauseilenden Lukas Jonsson (52.).
Schultz reagierte ebenfalls und brachte mit Ismail Badjie (61.) und dem erfahrenen Kai Pröger (72.) frische Kräfte. Wirklich zwingend wurde der VfL aber lange Zeit nicht. Verl warf in der Schlussphase alles nach vorne, um im Aufstiegsrennen dranzubleiben – und genau das öffnete die entscheidenden Räume. Nach einer Verl-Ecke schaltete der VfL blitzschnell um. Pröger schickte Bernd Riesselmann mit einem Tiefenball auf die Reise, der Joker umkurvte Schulze und schob zum 2:1 ein (90.+5). Wenige Sekunden später beendete Bundesliga-Schiedsrichter Tobias Reichel die Partie – Erleichterung und grenzenloser Jubel an der Bremer Brücke.
Aufstiegsrelegation gesichert, Aufstiegsentscheidung vertagt
Mit nun 73 Punkten ist die Aufstiegsrelegation den Lila-Weißen nicht mehr zu nehmen. Der direkte Sprung zurück in die 2. Bundesliga, der am Sonntag bereits hätte fixiert werden können, bleibt allerdings vorerst offen. Energie Cottbus kam beim 2:0-Auswärtssieg gegen Viktoria Köln seiner Pflicht nach. Ausgerechnet Ex-VfL-Stürmer Erik Engelhardt brachte die Lausitzer nach einem Patzer von Kölns Keeper Schulz in Führung (18.), King Manu sorgte spät für die Entscheidung (75.). Der Vorsprung des VfL auf den Tabellendritten beträgt damit weiterhin komfortable, aber nicht uneinholbare sieben Punkte. Sicher ist allerdings bereits die Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison.
Die Lila-Weißen nehmen die nächste Aufstiegschance also mit ins kommende Wochenende und damit auch mit nach Wiesbaden Die Vorzeichen bleiben hervorragend – ein weiterer Dreier, und der Run nach Liga 2 ist endgültig perfekt.