# Republikaner nach Midterms: Druck auf Trump wächst Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-05T10:16:47+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-05T10:16:50+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/republikaner-nach-midterms-druck-auf-trump-waechst-774611/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Führende Republikaner fordern Kurswechsel nach historischer Niederlage bei den US-Zwischenwahlen. Die US-Republikaner stehen nach der schweren Niederlage bei den Midterms vor einer internen Zerreißprobe. Führende Parteimitglieder wie Vizepräsident JD Vance, Gouverneur Ron DeSantis und Senator Ted Cruz forderten eine schonungslose Analyse der Wahlergebnisse und distanzierten sich teilweise von Präsident Donald Trump. Vance machte den gemeinsam mit Israel geführten Iran-Krieg für die Verluste verantwortlich, der zu stark gestiegenen Spritpreisen geführt habe. Trump räumte ein, dass Vances Darstellung „größtenteils“ stimme, wie ad-hoc-news.de unter Berufung auf die dpa berichtet. DeSantis sprach von einem „politischen Meteoriteneinschlag“ und einer Zurückweisung des Präsidenten und des Kongresses, während Cruz von einem „blauen Tsunami“ sprach, der nicht auf eine geringe Wahlbeteiligung, sondern auf eine bewusste Entscheidung gegen republikanische Kandidaten zurückzuführen sei. ## Republikaner fordern Kurswechsel von Trump Der Tagesspiegel berichtet unterdessen von wachsendem Druck aus den eigenen Reihen auf Trump, seinen Kurs zu ändern. Republikanische Strategen wie John Feehery forderten einen personellen Umbau im Weißen Haus, mehr Disziplin und ein Ende umstrittenen Maßnahmen wie dem Iran-Krieg und den Zöllen. Ein anonymer Parteiberater warnte, die Partei werde bei der nächsten Wahl erneut ein Debakel erleben, wenn Trump seine Themen nicht ändere. Trump selbst zeigte jedoch kaum Anzeichen für einen Kurswechsel. Bei seinem ersten Auftritt nach der Wahl betonte er stattdessen seine Renovierungsprojekte im Weißen Haus und unterbrach Fragen zu einer möglichen Amtsenthebung durch die Demokraten. ### Demokraten erobern Kongressmehrheit Die Demokraten feierten unterdessen historische Erfolge. Sie eroberten die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses sowie zahlreiche Gouverneursämter. In Bundesstaaten wie Kansas und Texas gewannen sie erstmals seit Jahrzehnten wieder Senatssitze. Im Senat kommen die Demokraten auf mindestens 54 von 100 Sitzen, im Repräsentantenhaus ist eine klare Mehrheit bereits sicher. Dies erschwert Trump das Regieren in seinen letzten beiden Amtsjahren, da die Demokraten nun Gesetzesvorhaben blockieren und Untersuchungen gegen den Präsidenten einleiten können. ### Demokraten feiern historische Midterm-Siege Die Niederlage der Republikaner bei den Midterms ist selten: In den vergangenen 70 Jahren verlor die Partei des amtierenden Präsidenten nur dreimal die Mehrheit in beiden Kammern. Die Demokraten nutzen die Zwischenwahlen traditionell für eine Abrechnung mit der Politik des jeweiligen Präsidenten, doch diesmal war der Sieg besonders deutlich. Ein demokratischer Abgeordnete warnte bereits auf X: „Nehmt euch Anwälte.“ ### Trump ignoriert Niederlage und lobt Ballsaal Trump selbst schien nach der Niederlage weniger an einer Ursachenforschung interessiert. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt sprach er vor allem über seine Architekturprojekte in Washington, darunter einen von ihm als „schönsten Ballsaal in der ganzen Welt“ bezeichneten Raum. Ein hochrangiger Regierungsvertreter beschrieb die Stimmung im Weißen Haus als „so schlecht wie nur möglich“, wie der Tagesspiegel unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück