# Reinhardt: Telefonische AU muss bleiben Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-28T18:12:11+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-28T18:12:15+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/reinhardt-telefonische-au-muss-bleiben-748634/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Sollte die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung künftig ab dem ersten Tag Pflicht werden, plädiert Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt dafür, die telefonische Krankschreibung für bekannte Patienten zu erhalten. Sie entlaste Praxen und mache nur einen geringen Anteil der AU-Tage aus. ## Telefonische AU als Entlastung für Praxen Sollte die AU-Pflicht ab dem ersten Krankheitstag kommen, müsse die telefonische Krankschreibung für bekannte Patienten möglich bleiben, "Wenn die Politik an diesem Plan unbedingt festhalten will, sollte jedenfalls eine telefonische Krankschreibung bei Patienten, die in der Arztpraxis bekannt sind, möglich bleiben", sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Laut Reinhardt macht diese Form der AU "nur rund 1,2 Prozent aller AU-Tage aus". Sie halte Menschen mit harmlosen Infekten aus den Praxen heraus. "Gerade deshalb sollte sie bleiben." ### Videosprechstunden als Alternative Auch Videosprechstunden könnten Reinhardt zufolge dabei hilfreich sein. "Wir nutzen sie schon heute, gerade bei Patienten, die wir kennen. Einen völlig unbekannten Patienten würde ich dagegen weder telefonisch noch per Video einfach krankschreiben". ### Kritik am Ansatz und Fokus auf Arbeitsbedingungen Grundsätzlich hält Reinhardt die geplante AU-Pflicht ab dem ersten Tag für den falschen Ansatz. "Die Arbeitsmoral der Deutschen wird nicht in deutschen Arztpraxen entschieden". Eine solche Regelung werde nichts an der Arbeitsmoral der Deutschen ändern. Entscheidend für den Krankenstand seien vielmehr die Bedingungen in den Betrieben. "Der Krankenstand hängt auch stark vom Betriebsklima, von Wertschätzung, Arbeitsbedingungen und der Möglichkeit zur Mitgestaltung ab". Wenn die Politik den Krankenstand tatsächlich senken wolle, sollte sie über andere Ansätze nachdenken, so Reinhardt. "Natürlich kann man über die Rahmenbedingungen sprechen – etwa Karenztage". --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück