# Reiche verteidigt langsame Strompreissenkung Datum: 07.08.2026 07:12 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/reiche-verteidigt-langsame-strompreissenkung-740363/ --- Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat ihre Prognose verteidigt, dass die Strompreise in Deutschland erst in den 2030er-Jahren deutlich sinken werden. Sie wirft früheren Regierungen Systemfehler vor und schlägt Maßnahmen für ein effizientes Stromsystem vor. ## Kritik an Systemfehlern früherer Regierungen Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin, teilte am Donnerstag mit: "Frühere Bundesregierungen haben einen grundlegenden Fehler gemacht: Sie haben den Ausbau der Erneuerbaren vorangetrieben, ohne Netze, Speicher, Verbrauch und gesicherte Kraftwerksleistung konsequent als ein System zu planen". Die CDU-Politikerin war bereits von 2009 bis 2013 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Damals senkte das Ministerium mit einer Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die Vergütung für Photovoltaik-Strom, um den rasanten Zubau zu dämpfen. Reiche verwies darauf, dass Strom oft dort entsteht, wo das Netz ihn nicht aufnehmen kann. Er müsse abgeregelt und an anderer Stelle durch Kraftwerke ersetzt werden. "Die Folge sind hohe Kosten für Redispatch, Netzausbau und langfristige Förderzusagen". "Allein 2025 flossen mehrere zehn Milliarden Euro staatlicher Mittel in das Stromsystem – und trotzdem liegen unsere Stromkosten weiter über denen wichtiger Wettbewerber." ### Maßnahmen für ein effizientes Stromsystem "Die Antwort darauf lautet weder weniger Erneuerbare noch immer mehr Subventionen. Sondern ein System, in dem alle Teile effizient zusammenwirken". "Genau hier setzen wir an: Wir synchronisieren den Ausbau der Erneuerbaren mit dem Netzausbau, bringen mehr Wettbewerb in die Förderung und nutzen Speicher und flexible Verbraucher gezielter." Gleichzeitig werde die gesicherte Kraftwerksleistung geschaffen, die einspringt, wenn Wind und Sonne nicht ausreichen. "Langfristige und diversifizierte Gasliefervertrage schützen uns dabei besser vor Preissprüngen und starken Schwankungen". "Dieser Paradigmenwechsel braucht Zeit." Man achte den Bestandsschutz. Investitions- und Abschreibungszyklen umfassen Jahre und Jahrzehnte. "Deshalb ist es höchste Zeit, die Grundlagen für ein wetthewerhsfahiges. markthasiertes. effizientes Stromsystem zu legen". Im Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und SPD als Ziel dauerhaft niedrige und planbare, international wettbewerbsfähige Energiekosten vereinbart. "Wir werden bei Bedarf nachsteuern". "Wir wollen Unternehmen und Verbraucher in Deutschland dauerhaft um mindestens fünf Cent pro kWh mit einem Maßnahmenpaket entlasten. Dafür werden wir als Sofortmaßnahme die Stromsteuer für alle auf das europäische Mindestmaß senken und Umlagen und Netzentgelte reduzieren." Zudem sollten die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung "durch eine spürbare Entlastung beim Strompreis" an Verbraucher und die Wirtschaft zurückgegeben werden. Eine Studie des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), in Auftrag gegeben bei Montel Analytics, zeigte, dass ein hoher Anteil an Wind- und Solarkraft im Netz den Strompreis in Energiekrisen stabil hält und extreme Spitzen glättet. Die Analyse verglich drei Szenarien mit den Preisbedingungen der Energiekrise 2022: ein stark fossil geprägtes Stromsystem aus 2011, das Referenzszenario 2022 sowie ein Zukunftsszenario mit 80 Prozent erneuerbaren Energien, wie es die Bundesregierung für 2030 vorsieht. Laut der Studie sinkt der durchschnittliche Preis im 2030er-Szenario gegenüber 2011 um 64 Prozent. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück